Luftrettung auf See
Neue Helis und neuer Standort für Luftretter in Holland

Ab Juli 2022 werden zwei Augusta Westland 189 die SAR-Arbeit aus der Luft gewährleisten. Auch in Deutschland hat sich die Lage verbessert

  • Alexander Worms
 • Publiziert am 04.12.2021
Ein Rettungshubschrauber im Einsatz vor der Küste von Noord Holland. Damals wurden elf Menschen von einem dänischen Kutter gerettet Ein Rettungshubschrauber im Einsatz vor der Küste von Noord Holland. Damals wurden elf Menschen von einem dänischen Kutter gerettet Ein Rettungshubschrauber im Einsatz vor der Küste von Noord Holland. Damals wurden elf Menschen von einem dänischen Kutter gerettet

Kustwacht Nederland Ein Rettungshubschrauber im Einsatz vor der Küste von Noord Holland. Damals wurden elf Menschen von einem dänischen Kutter gerettet

Genau wie bei uns ist die Luftrettung auf See in den Niederlanden eine hoheitliche Aufgabe. Die Marine ist dafür zuständig. Die kann oder will das jedoch nicht selbst durchführen und vergibt daher die Aufgabe an ein Unternehmen. Das heißt derzeit noch NHV. Der Vertrag läuft jedoch aus, ab Mitte nächsten Jahres übernimmt die Firma Bristow den Job. Das ist nicht ungewöhnlich, viele Länder gehen so vor.

Bristow wird mit Hubschraubern vom Typ Augusta Westland operieren. Sie haben fünf feste Besatzungsmitglieder (zwei Piloten, Winschoperator, Schwimmer und Sanitäter) und können zusätzlich bis zu 19 Passagiere aufnehmen. Infrarotkameras und Winschen sind selbstverständlich. Zudem können die Maschinen auch mit Rotorheizungen versehen werden, sodass auch Eis kein Problem ist. Die Helis werden in Den Helder (wie bisher) und auf dem Vliegveld Midden Zeeland in Arnemuiden am Veerse Meer stationiert. Das ist neu. Der Heli für den Süden operierte bislang aus Zeebrugge. Der Vertrag mit Bristow läuft zehn Jahre

Nederlands Kustwacht Die Augusta Westland 189

In Deutschland sorgt die Marine für den Aeronautischen SAR-Dienst, wie es im Behördensprech heißt. Die Diskussionen um die Einsatzbereitschaft der alten Sea- King-Hubschrauber und deren Ersatz Sea Lion reißen jedoch nicht ab. Die DGzRS, deren Rettungskoordinationszentrum MRCC bei einem Seenotfall die Luftrettung beauftragt, sagt dazu jedoch: „Wir haben immer, wenn wir einen Heli brauchten, auch einen bekommen." Der DGzRS-Pressesprecher Christian Stipeldey führt weiter aus: „Die Marineflieger sind für die Rettung von Luftfahrzeugen auf See zuständig, wir sind für Wasserfahrzeuge verantwortlich. Bei einem Notfall wird aus einem Luftfahrzeug aber ja irgendwann ein Seenotfall. Es gibt daher eine Vereinbarung aus den fünfziger Jahren mit der Marine, dass wir uns gegenseitig nichts berechnen, wenn der eine dem anderen aushilft. Das funktioniert bis heute ganz prima."

Ein weiterer Punkt trägt zu mehr Sicherheit auf See bei: Die Betreiber der Windparks müssen für die Arbeitssicherheit ihrer Mitarbeiter auf den Anlagen garantieren. Dafür und für den Transport von Mensch und Material dorthin halten sie diverse Hubschrauber bereit. Weil die DGzRS auch die Notfallleitstelle für Offshore-Windparks betreibt, dann in einer extra gegründeten GmbH, da das nicht Satzungszweck der Retter ist, kann das MRCC, das faktisch diese Leitstelle ist, auch auf die gut ausgestatteten Helis der Parkbetreiber zugreifen. „Das hat die Sicherheit auf See in den letzten zehn Jahren deutlich erhöht", so Stipeldey. Aber: „Wenn es hart auf hart kommt, wenn das Wetter fürchterlich ist, dann fliegt die Marine. Die fliegen, glaube ich, einfach immer. Und das ist gut so."


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Themen: KüstenwacheLuftrettungNiederlande

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