1000 Meilen Race

Nachtfahrt richtig vorbereiten

Das Training der YACHT-Leser-Crew für das Pitter-Race geht weiter. Diesmal auf dem Programm: Wachsysteme und die nötigen Vorbereitungen

Andreas Fritsch am 22.08.2018
Auswahltraining Pitter 1000 Meilen Teilnehmer Kroatien 2018 AFr_IMG_6602
YACHT/A. Fritsch

500 Meilen Strecke hat jede Etappe des „The Race-1000 Miles“ von Biograd nach Lefkas – mindestens. Ungünstige Winde können auch mehr zusammenbringen. Dazu kommt, dass fast immer mit Schwachwind-Abschnitten gerechnet werden muss, in denen die Bavaria 45 Cruiser, mit der das siebenköpfige YACHT-Team startet, nur wenig Fahrt machen wird. 

Damit ist klar, dass wohl zumindest in der Einheitsklasse Bavaria 45, in der das YACHT-Team startet, drei bis vier Tage ein realistisches Szenario sind. Also mindestens drei, vielleicht vier Nächte auf See, da das Rennen erst am Sonntag um 16 Uhr losgeht. Für eine ganze Reihe der Mitsegler an Bord ist das die längste Zeit, die sie je ununterbrochen auf See waren. Entsprechend muss mit den Kräften gehaushaltet werden. Das geht nur mit Wacheinteilungen. Aber welche Modelle sind da die Richtigen?

Vier Wach-Varianten im Vergleich

Bei der Wahl des Systems gibt es eine Reihe von Entscheidungshilfen. Die Erste ist die Größe der Crew. Muss man sich bei zwei oder drei Mann Besatzung mangels Alternativen eigentlich nur darum kümmern, wie viele Stunden die Wachen jeweils dauern sollen, gibt es bei größeren Crews mehr Spielraum. Bei The Race startet die YACHT-Crew mit sieben Personen an Bord. Da kommen folgende Modelle infrage:

Wachsysteme

Grafische Darstellung gängiger Wachsysteme

Gängige Wege sind dann etwa Einteilung in zwei Wachen von je zwei oder drei Personen oder bei sechs oder noch mehr Mitseglern in drei Wachen. Ist die Entscheidung für die erstgenannte Variante gefallen, kann man diese gewöhnlich Backbord- und Steuerbord-Wache genannten Gruppen im Drei- oder Vier-Stunden-Rhythmus wechseln lassen. Häufig wird dann einmal eine sogenannte „Kreuzwache“ eingeführt, die nur die halbe Zeit dauert, so wechseln nach 24 Stunden die Wachzeiten der Crews. Die unbeliebte Hundewache von 0 Uhr bis morgens um
3 oder 4 Uhr bleibt nicht an einer Gruppe für die ganze Dauer des Törns „hängen“. Nachteil solch kurzer Wachen: Es gibt nur maximal vier Stunden Schlaf am Stück, durch Umziehen beim Wachwechsel oft noch weniger. Eine feste Lösung hat den Vorteil, dass man sich an seine Schlafenszeiten gewöhnen kann.

Verbreitet ist auch das „schwedische System“, das einen Wechsel aus drei kürzeren Nachtwachen und zwei längeren tagsüber vorsieht. Ebenfalls häufig praktiziert werden sogenannte rotierende oder rollierende Systeme,
manchmal auch als überlappende Wachwechsel bezeichnet. Bei ihnen ist jeder Mann an Bord vier Stunden auf Wache. Sie überschneidet sich immer je zwei Stunden mit den Wachen anderer Mitsegler, so hat jedes Crewmitglied während seiner vier Stunden mit zwei Mitseglern Kontakt. Vorteile: Es wird nicht strikt zwischen den Wachen getrennt, das sorgt für Abwechslung und ist kommunikativer.

Beliebt ist weiterhin das Drei-Wachen-System: Die erste Wache ist an Deck, die zweite auf Stand-by, also noch im Ölzeug und meist mit Kochen, Dösen oder Ähnlichem beschäftigt, die dritte ruht in den Kojen. Skipper und Navigator sind bei allen Systemen oft Springer, wenn es die Zahl der Crew an Bord zulässt.

Fazit: Viel Gesprächsbedarf ...

Welche soll es nun werden? Am Wochenende ist Crew-Treffen bei Mitsegler Jan, dann wird abgestimmt. Die Entscheidung hat auch mit persönlichen Vorlieben der Mitsegler zu tun: Manche brauchen lange Schlafintervalle, anderen reichen drei Stunden in Blöcken. Der eine ist eher „Eule", mag also die späten Nachtwachen, der andere „Lerche“, steht also gern früh auf. All solche Dinge wollen berücksichtigt werden. Bei der Trainings-Nachtfahrt ging das Ganze in Richtung eines schwedischen, rollierenden Systems. Wir werden sehen.

Ebenfalls wichtig sind diverse organisatorische Überlegungen für die Nachtfahrt. Wann wird was wie gekocht, oder soll es Tütenfraß werden wie beim Volvo-Race? Was braucht jeder an Ausrüstung? Kopflampe, Rotlicht, persönliches Notlicht für die Schwimmweste? Wie soll man die Trimmfäden der Segel nachts sehen?  Schließlich segeln wir eine Regatta! Mit der Taschenlampe anleuchten? Phosphoreszierende Fäden? Oder gar Hightech-Fäden mit Beleuchtung, wie es sie im Zubehörmarkt auch gibt? Es wird wohl noch eine letzte Möglichkeit geben, eine Nachtfahrt vor dem Rennen zu absolvieren. Je länger wir darüber nachdenken, umso klarer wird, dass dies wohl eine ziemlich gute Idee wäre …

1000 Miles

Sponsoren des Ecents

Andreas Fritsch am 22.08.2018

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