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Nach Hanseboot-Aus: bald zwei Bootsmessen in Hamburg?

Der Deutsche Boots- und Schiffbauer-Verband plant für 2018 eine wenn auch deutlich kleinere Ersatzveranstaltung auf dem Gelände der Hamburg-Messe

Jochen Rieker am 27.10.2017
Torsten Conradi, Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbands
DBSV

Kaum ein Monat ist seit der Mitteilung vergangen, dass die Hanseboot in ihrer alten Form letztmalig vom kommenden Wochenende an stattfindet, da zeichnet sich bereits eine Nachfolge-Lösung ab. Wie der Deutsche Boots- und Schiffbauer-Verband (DBSV) heute mitteilte, soll es vom kommenden Jahr an eine neue Bootsmesse in der Hansestadt geben. Name und Termin stehen auch bereits fest: Die "Hamburg Boat Show" soll vom 18. bis 21. Oktober 2018 stattfinden. 

Noch ist die Veranstaltung zwar im Planungsstadium, doch sprechen viele Anzeichen dafür, dass der Neustart am alten Ort gelingen wird. Denn viele Ausrüster und auch einige Werften und Bootshändler haben bereits deutlich gemacht, dass sie sich beteiligen würden – zu groß wäre sonst, so befürchten sie, die Umsatzlücke, die sich auftun würde. 

"Das Aus für die Hanseboot hat viele Mitglieder und Unternehmen getroffen, denn für sie ist ein Marktplatz im Herbst im Norden sehr wichtig", sagt DBSV-Präsident Torsten Conradi. Dort würden seit 57 Jahren jene Aufträge geschrieben, die einerseits übers Winterhalbjahr für Beschäftigung in den Betrieben sorgen und andererseits auch zum Saisonbeginn abgearbeitet sein müssen.

Vor allem technisches Zubehör und Ausrüstung werden traditionell direkt nach der aktiven Zeit auf dem Wasser geordert. Das betreffe zum Beispiel Segelmacher und Riggbauer genauso wie Motorenhersteller und Anbieter von Elektronik, aber auch Werften und Bootshändler, so Conradi weiter.

Mit seiner Initiative positioniert sich der Verband indirekt gegen die Hamburg-Messe. Diese hatte angekündigt, von 2019 an eine neue In-Water-Boatshow im Hamburger Hafen zu planen, war bisher aber sehr vage geblieben, was Ort, Datum und Ausrichtung betrifft.

Sollte diese Veranstaltung tatsächlich kommen und der DBSV seine Hallenmesse ebenfalls etablieren können, gäbe es vom übernächsten Jahr an gleich zwei Events. Das aber ist unwahrscheinlich. Wohl auch deshalb will der Verband erst gar keine Lücke entstehen lassen. Die neue "Hamburg Boat Show" wird zunächst  wesentlich kleiner und kompakter werden als die Hanseboot. Wegen der kürzeren Dauer von nur noch vier Tagen wird auch die Besucherzahl voraussichtlich weit geringer sein. Doch soll dies durch günstigere Kosten für die Aussteller teilweise kompensiert werden.   

Torsten Conradi sagte in einer Stellungnahme: "Wir sehen uns als Interessenvertretung der gesamten Branche in der Verantwortung." Schließlich habe der DBSV vor fast 60 Jahren auch die Hanseboot gegründet und organisiert. Nun sei der Verband in 2018 wie damals wieder in der Pflicht.

Bei der logistischen Umsetzung bauen die Organisatoren auf die langjährige Partnerschaft mit der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC), die die Betreiberin der Messehallen ist. Denn die rund 13.000 Quadratmeter große Halle B6 soll das Herz der neuen Veranstaltung bilden. Ob sogar mehr Ausstellungsfläche erforderlich ist oder zusätzlich ein Teil des Events in der Hamburger Hafencity stattfinden soll, werden die kommenden Monate zeigen.

Die Hamburg Boat Show ist nicht die einzige Nachfolge-Initiative. Vor Kurzem hatte auch die Kieler Vermarktungsagentur Point of Sailing Pläne bekannt gegeben, eine Ersatzveranstaltung für die Hanseboot zu organisieren. Sie soll Ende Oktober 2018 im Eventgelände des Ostseekais stattfinden. 

Jochen Rieker am 27.10.2017

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