Seenotrettung

Motordefekte Havarieursache Nummer 1

Fast gleichbleibende Anzahl an Hilfseinsätzen für Jollen- und Yachtcrews in der abgelaufenen Saison gegenüber 2011. Die DGzRS-Zwischenbilanz

Pascal Schürmann am 22.11.2012
DGzRS Schätzing

Seenotrettungsübung vor Sylt. Mit dabei: DGzRS-Botschafter Frank Schätzing

Vom 1. Januar bis 31. Oktober dieses Jahres wurden für den gesamten Wassersportbereich insgesamt 1.173 Einsätze auf Nord- und Ostsee gefahren. Dabei wurden 52 Menschen aus Seenot gerettet und 912 Menschen aus kritischen Situationen befreit.

Diese Zahlen umfassen allerdings nicht nur Segler, sondern auch Motorbootfahrer, Kanuten, Surfer, Kiter und Schwimmer. Die Gesamteinsatzzahl für Segelfahrzeuge liegt daher deutlich niedriger. Sie beläuft sich für die zurückliegende Saison auf 685 Einsätze. Viel mehr werden voraussichtlich für die Monate November und Dezember, die von der Statistik noch nicht erfasst sind, nicht hinzukommen. Daher kann man schon jetzt von einem fast gleichbleibendenNiveau der Einsatzzahlen sprechen. Im gesamten Vorjahr mussten die Seenotretter 657-mal für Jollen- und Dickschiffsegler ausrücken.

Am häufigsten nahmen Motor- und Segelbootsfahrer die Hilfe der Retter in Anspruch, weil es Probleme mit der Maschine gab (382 Fälle) oder das Schiff auf Grund gelaufen war (362 Fälle). An dritter Stelle stehen mit 52 Einsätzen Kenterungen. Dies dürfte hauptsächlich Jollen- und Sportkatsegler betreffen. 37-mal waren Boote abgetrieben, 21-mal musste manövrierunfähigen Yachten zu Hilfe geeilt werden, weil Leinen oder Netze in die Propeller geraten waren, 19-mal hatten die Crews schlicht die Orientierung verloren. Und zehn Mal wurde die DGzRS gerufen, weil Bootsfahrer über Bord gegangen waren.

Hier die detaillierte Auflistung der Einsätze für Wassersportler nach Schadensursache:
• Motorprobleme (382)
• Auf Grund gelaufen (362)
• Kenterung (52)
• Abgetrieben (37)
• Ruderschaden (35)
• Wassereinbruch (27)
• Leine/Netz in der Schraube (21)
• Orientierung verloren (19)
• Mastbruch (18)
• Getriebeschaden (10)
• Person über Bord (10)
• Brand an Bord (9)
• Kraftstoffmangel (9)
• Elektrikprobleme (8)
• Propeller verloren (3)

Die Gesamtzahl der Einsätze, die auch die gewerbliche Schifffahrt umfasst, lag für den Zeitraum Januar bis Oktober naturgemäß deutlich höher (in Klammern die Zahlen für 2011 gesamt). Demnach haben die Besatzungen der 60 Seenotkreuzer und -rettungsboote in Nord- und Ostsee:
• 60 (56) Menschen aus Seenot gerettet,
• 1.066 (1267) Menschen aus drohender Gefahr befreit,
• 321 (453) Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
• 70 (59) Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
• 998 (946) Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
• 462 (513) Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

Präsentiert wurden die aktuellen Zahlen mit Unterstützung des diesjährigen DGzRS-Botschafters, dem Buchautor Frank Schätzing. Ihm wird 2013 der Schauspieler und TV-Moderator Yared Dibaba nachfolgen.

Pascal Schürmann am 22.11.2012

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