Solo-nonstop
Monsieur Maignan will wieder um die Welt

Gegen den Wind auf einer kleinen Serienyacht: Der Franzose Alain Maignan ist zur Nonstop-Einhand-Weltumsegelung aufgebrochen. Es ist seine zweite große Reise

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 25.09.2017
Monsieur Maignan will wieder um die Welt Monsieur Maignan will wieder um die Welt Monsieur Maignan will wieder um die Welt

alainmaignan.wordpress.com Monsieur Maignan will wieder um die Welt

Elf Monate auf See liegen vor Alain Maignan – wenn alles gut geht. Elf einsame, nasse und nicht ungefährliche Monate südlich der drei großen Kaps: Am vergangenen Samstag, den 23. September, ist der Franzose zur Weltumsegelung gestartet. Solo und nonstop will er um den Globus, gegen die vorherrschende Windrichtung von Ost nach West, wie einst Wilfried Erdmann 2000/2001. 343 Tage verbrachte der deutsche Segelpionier mit seiner "Kathena Nui" damals auf See.

Es wäre die zweite erfolgreiche Einhandtour um den Globus, die Maignan ohne Zwischenstopp unternimmt. Schon 2006/2007 war der pensionierte Postbote aus Beignon in der Bretagne, damals 52 Jahre alt, um die Welt gesegelt. In 185 Tagen, von West nach Ost, mit dem Wind. 26.100 Seemeilen legte er auf seiner Yacht zurück, die klein und verletzlich wirkt angesichts haushoher Wellenberge im Südmeer.

Auf seiner ersten Reise und auch diesmal segelt Maignan auf seiner 10,20 Meter langen "Schouten", einer GFK-Serienyacht vom Typ Jeanneau Sunrise aus dem Jahr 1986, mit grellorange leuchtender Sprayhood und Sponsorenbannern auf dem Rumpf.

"Segeln und das Meer sind in meiner DNA festgeschrieben", erklärt der 63-Jährige auf seiner Webseite  und dass er seit der Rückkehr von der ersten Weltumsegelung dieses neue Abenteuer geplant habe, das nun an Frankreichs Atlantikküste in La Trinité-sur-Mer begonnen hat.

gosisauftour.wordpress.com Der 63-jährige Bretone kurz vor der Abfahrt auf seinem Boot, einer Jeanneau von 1986 

Um sein Budget gering zu halten, hat Maignan die für die Reise nötigen Arbeiten an seinem Schiff fast ausschließlich in Eigenregie ausgeführt, hat zudem Sponsorengelder eingeworben und im Wald neben seinem Haus trainiert, um fit zu bleiben. Neben der ersten Nonstop-Weltumsegelung blickt er auf viele Jahre Regattasegeln und eine Route-du-Rhum-Teilnahme zurück. Warum nun die neue Tour, warum die harte Route? Die französische Online-Zeitung "Ouest France" zitiert ihn mit den Worten: "Weit draußen vom Kontinent zu entfernt sein, in den Wasserwüsten, das gefällt mir."

alainmaignan.wordpress.com   Ein Boot der Seenotretter schleppt Maignan aus dem Hafen von Trinité-sur-Mer

Alain Maignan plant rund elf Monate auf See zu sein, Proviant für 330 Tage hat er in den Schapps der "Schouten" verstaut. Mitte November will er Kap Hoorn an Steuerbord haben, im Frühjahr 2018 Kap Leeuwin im Süden Australiens, um schließlich im kommenden Spätsommer wieder in La Trinité-sur-Mer an der französischen Atlantikküste einzulaufen.

Nach den ersten zwei Tagen auf See befindet sich Maignan derzeit auf der Biskaya, seine Reise kann hier im Online-Tracker verfolgt werden. Bonne chance, Alain, viel Erfolg.


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Themen: Alain MaignanSchoutenSolo nonstopTrinité-sur-MerWeltumsegelung gegen den Wind

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