Transatlantik

Mit Greta Thunberg auf anspruchsvollem Kurs

Nach der Abschluss-Pressekonferenz im britischen Plymouth sind Boris Herrmann, Pierre Casiraghi und Greta Thunbergs Team in die Transatlantik-Passage gestartet

Tatjana Pokorny am 14.08.2019
Team Malizia
Team Malizia

Greta Thunberg bei der Pressekonferenz in Plymouth kurz vor dem Ablegen mit "Malizia"

Transatlantik-Passage mit Greta Thunberg im August

Greta Thunberg, ihr Vater und "Malizia"-Skipper Boris Herrmann im Gespräch unter Deck an Bord der Imoca "Malizia"

Team Malizia

Boris Herrmann

Mehr als 100 Journalisten, Fernsehteams und Berichterstatter aus aller Welt waren am Mittwoch in die britische Hafenstadt Plymouth gereist, um an der Pressekonferenz mit Boris Herrmann und Greta Thunberg teilzunehmen und den Start des Segel-Teams Malizia mit der Klimaaktivistin, ihrem Vater und dem Filmemacher Nathan Grossman mitzuerleben. Die Pressekonferenz wurde am Mittwochnachmittag via Facebook und Instagram live übertragen. Anschließend startete die insgesamt fünfköpfige Crew in die Transatlantik-Passage, die voraussichtlich am 28. oder 29. August in New York enden soll.

Team Malizia

"Malizia"-Skipper Boris Herrmann bei einem seiner letzten Interviews vor der Abfahrt in Plymouth

Greta Thunberg hatte das Angebot vom Team Malizia angenommen, mit der Regattayacht vom Typ Imoca zum UN-Klimagipfel in New York und weiteren geplanten Aktivitäten in Nord- und Südamerika klimaneutral zu reisen. Für den Törn auf "Malizia", die von Skipper Boris Herrmann und Co-Skipper Pierre Casiraghi geführt wird, müssen Thunberg und ihr Team nicht bezahlen; das Team Malizia stellt der jungen Schwedin und ihren Begleitern das Boot, die Zeit und das Knowhow kostenlos zur Verfügung. Boris Herrmann und Pierre Casiraghi werden im Anschluss an den Törn von New York nach Europa zurückfliegen. "Malizia" wird in New York von Mitgliedern der Shore Crew übernommen und nach Frankreich zurückgesegelt, wo ab 8./9. September bereits das nächste Trainingslager mit weiteren Imoca-Seglern in der französischen Kaderschmiede von Port-la-Forêt stattfinden soll. Der Zeitplan ist eng und ambitioniert.

Greta Thunberg traf das ARD-Team vor der Abreise in Plymouth an Bord von Malizia

Team Malizia

Greta Thunberg und Boris Herrmann geben Auskunft über den bevorstehenden Transatlantik-Törn und die gemeinsamen Anliegen

Wie Greta Thunberg und ihr Team voraussichtlich erst im kommenden Jahr aus Übersee nach Europa zurückkommen werden, das blieb zunächst offen. Thunberg sagte: "Ich habe einen engen Zeitplan bei dieser Reise, denn ich will etwas bewegen. Ich weiß noch nicht, wie ich wieder heimkomme." Die 16-Jährige hat sich nach dem Ende ihrer neunjährigen Schulpflicht ein Jahr Auszeit für ihren Kampf gegen die Klimakrise genommen, den Wechsel aufs Gymnasium entsprechend verschoben.

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Boris Herrmann und Greta Thunberg auf dem Weg zur Pressekonferenz

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Ein Eindruck von der Pressekonferenz mit Greta Thunberg, Boris Herrmann, Teammanagerin Holly Cova und der internationalen Presse im britischen Hafen von Plymouth

Einen Zweifel daran, dass die Sicherheit der Passagier bei diesem Törn oberste Priorität hat, ließ Boris Herrmann auch am Tag der Abfahrt nicht. Im Notfall, so der gebürtige Oldenburger und Wahl-Hamburger in England, werde man auch den vor Abreise zunächst versiegelten Dieselmotor anwerfen. Die Wetteraussichten könnten besser sein: Für die ersten zehn Tage waren am Mittwochmorgen fünf Tiefdruckgebiete in Sicht, die "Malizias" Kurs kreuzen könnten. Mut für diesen abenteuerlichen Törn auf der radikalen Rennyacht machte Greta Thunberg vor dem Start Englands Weltumseglerin Nummer 1: Dee Caffari, der als erster Frau und Soloseglerin Nonstop-Weltumrundungen in beide Richtungen gelangen, schrieb ihr: "Du bist bei Boris in guten Händen, also genieße die Reise."

Team Malizia

Greta Thunberg hörte den Fragen der Journalisten sehr aufmerksam zu und beantwortete sie konzentriert

Herrmann selbst sagte vor dem Aurbruch: "Wir sind nur wegen dieses großartigen Mädchens namens Greta hier. Ich bin stolz auf ihre Führungskraft und darauf, sie über den Atlantik bringen zu dürfen." Greta Thunberg selbst stellte sich den Fragen der Pressevertreter und sagte zum bevorstehenden Törn: "Es wird eine neue Erfahrung für mich sein: Eine Herausforderung zu manchen Zeiten, schön zu anderen. Natürlich ist Seekrankheit ein Thema. Aber ich denke, ich werde klarkommen. Viele Menschen leiden sehr viel mehr." Ihre Skipper Herrmann und Casiraghi bezeichnete Thunberg als "mutig" und sagte, sie sei ihnen, dem gesamten Team und den vielen freiwilligen Helfern dankbar für ihren Einsatz. Auf die Frage nach den größten Herausforderungen der anstehenden Transatlantik-Passage erklärte die Neu-Seglerin: "Das kann ich nicht sagen. Ich werde es herausfinden müssen."

Um 15.55 Uhr deutscher Zeit legten Boris Herrmann und Greta Thunberg nach der Pressekonferenz mit dem Beiboot im Hafen ab, um vor dem Hafen auf die bereits dort wartende Imoca umzusteigen und in den Transatlantik-Törn zu starten.

Hier geht es zum Live-Tracker, der mit dem Start in die Transatlantik-Passage die Position von "Malizia" zeigen wird.

Monaco Globe Series

Pierre Casiraghi (l.) und Boris Herrmann: Auf "Malizia" sind die Segelfreunde Co-Skipper

Team Malizia

Greta Thunberg in Plymouth kurz vor Beginn der Transatlantik-Passage an Bord von "Malizia"

Tatjana Pokorny am 14.08.2019

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