Seenotrettung
Meret Becker tauft neuen Kreuzer für Laboe

Modernes Schiff der 28-Meter-Klasse für Einsätze auf der Kieler Förde in feierlichem Rahmen auf den Namen "Berlin" getauft – prominente Schauspielerin als Patin

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 19.12.2016
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Die Schauspielerin und Sängerin Meret Becker, 47, hat in Bremen den neuen Seenotrettungskreuzer für die Kieler Förde auf den Namen „Berlin“ getauft. Das Schiff ersetzt die in die Jahre gekommene Vorgängerin gleichen Namens an der Station Laboe. Sie wird dort voraussichtlich Mitte Januar in Laboe ihren Dienst aufnehmen. Mit zwischen 130 und 150 Alarmierungen pro Jahr verzeichnet die Station an der Kieler Förde die meisten Einsätze der Retter.

Das zweite Spezialschiff der neuen 28-Meter-Klasse, der modernsten im Portfolio der Retter, ist 6,20 Meter breit, geht zwei Meter tief und erreicht, getrieben von etwa 4.000 PS, bis zu 24 Knoten.

Die Seenotretter Schauspielerin und Taufpatin: Meret Becker zerschmettert die obligatorische Sektflasche am Rumpf der "Berlin"

Zu seiner Taufe begrüßten die Seenotretter zahlreiche Gäste, Freunde und Förderer auf dem Gelände ihrer Zentrale in der Bremer Neustadt. Besonders war in diesem Fall, dass der Name nicht – wie es Tradition ist – erst beim Taufakt enthüllt, sondern schon sehr früh publik wurde. Das hat insbesondere in Berlin zu einen erhöhten Spendenaufkommen geführt. Die Namen der Spender sind auf einer Danktafel an Bord verewigt. "Wir haben uns breite Unterstützung der Bevölkerung gewünscht und erhalten, um diese besondere Rettungseinheit zu finanzieren. Dazu hat nicht zuletzt die Ausnahme von unserer traditionellen Regel beigetragen", sagte Gerhard Harder, Vorsitzer der Seenotretter.

Auch die in Bremen geborene Meret Becker lebt heute in Berlin. Ihr 2013 verstorbener Vater Otto Sander hatte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchbiger bereits als „Bootschafter" repräsentiert. Seine Tochter sagte auf der Zeremonie in Bremen: "Ein Seemann im Herzen, das war mein Vater. Ich habe schon als Kind großen Respekt vor der See gehabt. Ich bewundere diejenigen, die sich den Gefahren mutig und selbstlos entgegenstellen, um andere zu retten."

Vorsitzer Gerhard Harder hob hervor, dass der Neubau ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen ermöglicht wurde. "Jeder unserer Förderer im ganzen Land kann zu Recht von sich behaupten, seinen Teil dazu beigetragen zu haben. Ihnen allen danke ich sehr herzlich."

Die Seenotretter Prominente Tauf-Gäste (v. l.): die stellvertretenden DGzRS-Vorsitzer Ingo Kramer und Michael Schroiff, Taufpatinnen Meret Becker und Tessa Mielitz (für das Tochterboot "Steppke"), Vormann Michael Müller, Ralf Wieland, Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, und DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hatte bereits bei einem Bremen-Besuch im Herbst 2015 seinem Namensvetter, dem Vormann der Seenotretter-Station Laboe Michael Müller, eine besondere Zusage gemacht: Er übertrug die 1986 von Eberhard Diepgen übernommene Patenschaft seines Landes zum Laboer Seenotrettungskreuzer auch auf den Neubau.

Die „Berlin“ wurde von der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser gebaut. Gefahren wird das Schiff künftig von einer vier Mann starken Besatzung. Besondere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See und die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden selbst wieder aufzurichten. In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne führen die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich.


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Themen: DGzRSKreuzer SeenotSeenotretter

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