Klimawandel

Meeresschutz auf internationaler Ebene

In ihrer Jahresbilanz berichtete BSH-Präsidentin Monika Breuch-Moritz über die internationale Zusammenarbeit zum Schutz der Meere

Lasse Johannsen am 11.01.2018
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Nico Krauss

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie stellte seine Jahresbilanz 2017 vor, in der es im Schwerpunkt neben neuen Aufgaben im Bereich der Offshore-Energie um die wachsende internationale Zusammenarbeit bei Meeresthemen ging.

So habe im zurückliegenden Jahr mit der Oceans Conference erstmals eine weltweite Konferenz der Vereinten Nationen zu einem der 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung stattgefunden, nämlich dem Nachhaltigkeitsziel 14 "Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen". Dieser Prozess gehe Hand in Hand mit den Vorhaben, die der Meeresumweltausschuss der IMO im Jahr 2016 beschlossen habe.

Rolle des BSH im internationalen Meeresschutz

In ihren Ausführungen ging BSH-Präsidentin Breuch-Moritz auf die Rolle des BSH beim Schutz der Meere auf internationaler Ebene ein. Unter anderem sei es an Programmen wie dem globalen Ozeanbeobachtungssystem GOOS und dem europäischen Forschungsinfrastruktur-Konsortium ERIC-EuroArgo zur Erfassung von Meeresdaten mit autonomen Messbojen beteiligt.

"Die zuverlässige Fortführung solcher Programme ist auch für Wettervorhersagen, Klimaforschung und die Überprüfung der Wirkung internationaler Übereinkommen zum Schutz der Meere und des Klimas wichtig", betonte Breuch-Moritz. Sie begrüßte, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) diese Arbeit weiter unterstützen werden: "Für eine Pilotstudie wird die Ausrüstung von drei Treibkörpern zur Meeresüberwachung (Argo-Floats) mit O2- und CO2-Sensoren und deren Erprobung im operationellen Betrieb finanziert."

Neues Forschungsschiff soll Akzente setzen

Mit der Kiellegung des neuen Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffes ATAIR wurde der Bau des weltweit ersten seegängigen Behördenschiffs für Spezialaufgaben begonnen, welches über einen Antrieb mit verflüssigtem Erdgas, sogenanntem LNG, verfügt. Im Vergleich zu herkömmlichen ölbasierten Kraftstoffen verringert sich bei einem LNG-betriebenen Schiff der Ausstoß von Schwefeldioxid um 90 Prozent, die Abgabe von Stickoxiden um rund 80 Prozent. Feinstaub fällt so gut wie überhaupt nicht an. Auch die CO2-Bilanz verbessert sich. "

Mit 75 Meter Länge, rund 17 Meter Breite und einer Geschwindigkeit von rund 13 Knoten ist die "Atair" ein hochseetaugliches Vermessungs- und Wracksuchschiff. Als schwimmendes wissenschaftliches Labor übernimmt sie Aufgaben unter anderem aus dem Bereich der Geologie und der Ozeanografie. Sie wird auch in der Entwicklung und Prüfung von technischen Schiffsausrüstungen und neuer Technologien zum Beispiel im Bereich von E-Navigation im Einsatz sein.

Lasse Johannsen am 11.01.2018

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