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Mastbruch und Wassereinbruch: Golden-Globe-Skipper in Seenot – Teil 2

Im Indischen Ozean ist der Mast des französischen Einhandseglers Loïc Lepage gebrochen – er ist unverletzt, doch sein Schiff macht Wasser. Hilfe ist unterwegs

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 22.10.2018
Die "Laaland" von Loick Lepage, eine Nicholson 32, nach Mastbruch im südlichen Indischen Ozean Die "Laaland" von Loick Lepage, eine Nicholson 32, nach Mastbruch im südlichen Indischen Ozean Die "Laaland" von Loick Lepage, eine Nicholson 32, nach Mastbruch im südlichen Indischen Ozean

AUSTRALIAN MARITIME SAFETY AUTHORITY/PPL/GGR Die "Laaland" von Loick Lepage, eine Nicholson 32, nach Mastbruch im südlichen Indischen Ozean

Loïc Lepage gilt als erfahrener Solo-Segler, hat drei Atlantiküberquerungen im Kielwasser und sein Schiff in den vergangenen drei Jahren für das Golden Globe Race vorbereitet. Probleme mit der Funkanlage und Mangel an frischem Wasser hatten ihn im Rennen jedoch bereits gezwungen, Kapstadt anzulaufen. Nach dem Neustart segelte er somit in der sogenannten Chichester-Klasse für alle Teilnehmer, die einen Stopp einlegen. Aber er fuhr fort, "den Traum zu verwirklichen", allein um den Globus zu segeln.

Golden Globe Race Alles ist noch in Ordnung: Lepage bei der Passage von Lanzarote

Susie Goodall im Sturm gekentert

Auch die 28-jährige Teilnehmerin Susie Goodall (Porträt in YACHT 14/2018) hatte in den vergangenen Tagen mit heftigen Problemen zu kämpfen, als ihr Schiff kenterte und später eine Welle einstieg und durch das offenstehende Luk eindrang. Ihr Schiff scheint keinen größeren Schaden davongetragen zu haben, doch noch befindet sich Goodall in stürmischen Bedingungen südlich von Australien.

Van den Heede prescht voraus

Als erster Teilnehmer hat Jean-Luc Van Den Heede Tasmanien längst passiert und segelt nun östlich von Neuseeland im Pazifik. In der Bucht vor Hobart müssen alle Teilnehmer laut der Wettfahrtregeln für 90 Minuten vor Anker gehen, für Interviews zur Verfügung stehen und Film- und Fotomaterial übergeben. Auch der niederländische Skipper Mark Slats hat den Stopp inzwischen als Zweiter passiert und ist schon wieder auf dem Weg in Richtung Kap Hoorn. Slats war im Indischen Ozean gekentert und von umherfliegenden Teilen in der Kajüte verletzt worden – lässt sich davon jedoch nicht aufhalten.

Deutsche Segler mit guter Zwischenbilanz

Susanne Huber-Curphey segelt dem Longue-Route-Feld auf ihrer Aluminiumyacht "Nehaj" weit voraus und steht derzeit südlich von Tasmanien. Georg Schimmelpfennig hat den Äquator passiert und segelt nach zermürbenden Flauten mittlerweile mit immerhin knapp fünf Knoten in Richtung des Kaps der Guten Hoffnung. Und die Polin Asia Pajkowska (Porträt in YACHT 22/2018) – immerhin auf einem deutschen Schiff auf Nonstop-Fahrt – nähert sich mit der Aluminiumyacht "Fanfan!" des Berliners Uwe Röttgering auf dem Atlantik dem Äquator.

Ein Interview mit Golden-Globe-Race-Veranstalter Don McIntyre zu den sich häufenden Havarien im Rennen sowie einen Bericht des norwegischen Golden-Globe-Teilnehmers Are Wiig, der 400 Seemeilen im Südatlantik unter Notrigg zurücklegte, lesen Sie auch in der aktuellen YACHT 22/2018, die im Handel erhältlich ist, online bestellt werden kann und digital verfügbar ist.

Hintergrund der Retro-Regatta 

Zum 50. Jubiläum des Sunday Times Golden Globe Race von 1968/69, des ersten Einhand-Nonstop-Rennens um die Welt, segeln 2018 Skipper aus 13 Ländern um den Globus. Das Besondere: Sie tun dies auf Yachten, die vor 1988 konstruiert wurden, und mit Navigations- und Kommunikationsausrüstungen von einst, das heißt mit Sextant und Papierseekarte. Zur Standortübermittlung ist ein Satellitentelefon an Bord. Start war am 1. Juli 2018, nach neun bis zehn Monaten auf See wird die Flotte zurückerwartet. Paralell dazu segeln weitere Einhandskipper im Rahmen der "Longue Route" um die Welt – einer losen Flottille ohne Regattamodus, im Gedenken an die französische Segellegende Bernard Moitessier. 

Tim Bishop Die Route des Golden Globe Race 2018

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