Seite 1: Golden Globe Race 2018
Mastbruch am Kap der Guten Hoffnung

Bei einer Durchkenterung verlor Skipper Are Wiig sein Rigg – unter Notbesegelung will er Kapstadt anlaufen. Noch 11 der 18 Skipper segeln im Rennen um die Welt

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 29.08.2018
Mastbruch am Kap der Guten Hoffnung Mastbruch am Kap der Guten Hoffnung Mastbruch am Kap der Guten Hoffnung

PPL/Golden Globe Race Mastbruch am Kap der Guten Hoffnung

Die stürmischen Bedingungen vor dem Kap der Guten Hoffnung setzen der Golden Globe Flotte mehr und mehr zu – am Montag verlor die OE 32 des Norwegers Are Wiig sogar ihr Rigg nach einer Durchkenterung gut 400 Seemeilen südwestlich von Kapstadt. Der Skipper meldete bis zu 45 Knoten Wind und acht Meter hohe Wellen. Er selbst blieb weitgehend unverletzt und konnte das Rigg vom Rumpf trennen, nutzt das Vorsegel samt Stag allerdings noch als Treibanker.

Wiig informierte die Rennleitung in Les Sables-d’Olonne über das Satellitentelefon aus dem Notfall-Grabbag über die Havarie, forderte aber keine Hilfe an. Sein Plan ist nun, unter Notrigg und mit Maschinenhilfe Kapstadt anzusteuern. „Meine Teilnahme am Golden Globe Race ist damit zu Ende“, berichtet Wiig von Bord und erläutert den Hergang des Mastbruchs.

Regelmäßig umgeworfen

„Ich war während der letzten Tage in sehr schlechtem Wetter unterwegs. Wellen haben das Boot immer wieder aufs Wasser gedrückt. Die Windsteueranlage war defekt, und ich war dabei, sie zu reparieren“, so der 58-Jährige. Er habe im Niedergang gestanden und an der Reparatur gearbeitet, als eine weitere Welle sein Schiff umgeworfen habe. „Als es sich wieder aufrichtete, war überall Chaos. Der Mast war gebrochen – das bedeutet das Ende meiner Reise. Es tut mir leid, aber so ist das Wetter hier unten nun mal.“

PPL/Golden Globe Race Are Wiig am Wegpunkt vor Lanzarote – hier noch guter Dinge, die Weltumsegelung zu vollenden

Die Rennleitung informierte die anderen Schiffe der Flotte über Wiigs Situation. „Es tut mir sehr leid. Falls Hilfe gebraucht wird – ich bin in der Nähe“, meldete der Ire Gregor McGuckin zurück, während er selbst vor Top und Takel treibend den Sturm abwetterte.

Organisator Don McIntyre berichtet, dass die Rennleitung via Satellitentelefon Kontakt zu Wiig halte und ihn mit Wetterinformationen versorge, während dieser auf eine Verbesserung der Bedingungen warte, um sein Notrigg bauen zu können, um dann zu versuchen, Kapstadt anzusteuern.

Mit-Favorit Philippe Péché aus dem Rennen

Dort ist mittlerweile der lange in Führung liegende Franzose Philippe Péché angekommen. Eine gebrochene Windsteueranlage und schließlich auch noch eine gebrochene Pinne hatten den 57-Jährigen jedoch vor einigen Tagen nicht nur seine gute Position im Rennen um die Welt gekostet, sondern letztlich auch die weitere Teilnahme.

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