Refit-Blog, Woche 99

Maßnehmen fürs neue Laufdeck der Dehlya

Bei ihrer Stippvisite am Bodensee hat unsere Refit-Kandidatin nicht nur die Herzen der Interboot-Besucher gewonnen – die Dehlya hat auch gleich Modell gestanden

Jochen Rieker am 10.10.2018
Projekt Permateek-Deck: Auf die Dehlya, fertig, los!
YACHT/N. Günter

Daniel Hadamovsky nimmt es genau. Sehr genau sogar. Und das ist auch gut so. Denn was derzeit in seiner Werkstatt Form annimmt, wird später einmal die Zierde unserer Dehlya sein: der Decksbelag aus Permateek. So richtig mit Fisch und Butt und Leibhölzern, also klassisch schön. Nur dass die Stäbe nicht aus Tropenholz sind, obwohl sie dem echten Teak täuschend ähnlich sehen, sondern aus Kunststoff. 

Das hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen bietet Permateek eine höhere Rutschfestigkeit, die auch in nassem Zustand nicht nennenswert nachlässt. Zum anderen ist die Ökobilanz ebenso wie die Witterungsbeständigkeit besser. Und es gibt weitaus mehr Gestaltungsspielraum beim Verlegen. 

Fotostrecke: Von der Schablone zum Stabdeck – so geht's

Was kaum jemand weiß: Die Montage gestaltet sich in vielen Punkten ähnlich wie bei einem Vollholzdeck. Wir konnten das am Bodensee Schritt für Schritt verfolgen und werden in der YACHT sowie auf YACHT tv noch detailliert darüber berichten. 

Die ersten Schablonen fertigten die Meister vom Bootskontor Hadamovsky noch während der Interboot. Falls Sie sich als Messebesucher gewundert haben sollten, was zwei Mann in Strümpfen und Arbeitsklamotten auf unserem inzwischen schon ziemlich schick aussehenden Kleinkreuzer zu schaffen hatten: Sie haben Maß genommen für den Teil der Arbeit, der später auf dem Schnürboden in der Werft stattfindet. 

Dabei geht es nicht nur um Länge und Breite, sondern auch um Fragen der Gestaltung. Laufen die Stäbe auf Duchten und Plichtboden durch, oder werden sie geteilt und einzeln mit Leibhölzern eingefasst, etwa beim Zugang zum Maschinenraum (in dem jetzt die Torqeedo-Akkus und unsere Lithium Power Supply als Service-Batterie lagern) oder bei den Backskistendeckeln? Leisten wir uns dekorative Elemente wie das Dehler-Logo als Akzent? Und wie breit sollen die Stäbe überhaupt sein? Bei der Dehlya wäre ein Standardmaß unangemessen; es würde die Decks und Duchten nicht optimal zur Geltung kommen lassen. Deshalb hat Daniel eigens ein schmaleres Maß gewählt.

Den Holzton haben wir bereits vorab in Zusammenarbeit mit unserer Stylistin Birgit Schnaase festgelegt. Permateek bietet insgesamt 14 verschiedene Abstufungen, von dunkelgrau ("Graphite") über leicht verbleicht ("Aged") bis hin zu tief rehbraun ("New Classic"). Für die Dehlya soll es der Ton "Modern Elite" werden, der ungefähr in der Mitte liegt, so etwa wie bei einem neuen Teakdeck, das ein, zwei Monate an der Sonne war. Und weil wir das Boot ja insgesamt ins 21. Jahrhundert holen wollen, setzen wir bei der Fugenfarbe neuzeitliche Akzente: silber statt schwarz.

Mit den Schablonen, die auf den Millimeter genau sein müssen – deshalb das viele Peilen, Straken und Abkleben –, geht es dann erst richtig los. Sie dienen als Vorlage fürs Zuschneiden der Rollenware. Im Fall der Dehlya ist die genau zwei Stäbe breit. Bei breiteren Flächen braucht es also mehrere Elemente, die abgelängt, präzise ausgerichtet, mit Eisenteilen fixiert und anschließend verschweißt werden. Dabei dient die Fugenmasse als Verbindung – sie klebt die Elemente zusammen und überdeckt gleichzeitig die Nahtstellen. 

Am Ende wird das Laufdeck aus je einem durchgehenden Werkteil pro Rumpfseite bestehen, die nur noch auf dem Deck verklebt werden müssen. Auch die Beläge der Duchten und des Cockpitbodens werden vorgefertigt. Zugute kommt Daniel und uns dabei, dass wir jetzt ein längeres und breiteres Deck haben, das den neuen Belag wesentlich besser zur Geltung kommen lassen wird. Weil die Mannen von Peter Wrede bei der Vorbereitung zur Deckslackierung die alten, weitaus engeren Felder des ursprünglichen Decks ausgespachtelt haben, können wir nun näher an die Fußleiste und an den Kajütaufbau gehen. Das sieht – so viel können wir schon mal verraten – dann fast aus wie auf einer großen Yacht. Allemal besser jedenfalls als die tristen und gestückelten Originalbeläge. 

Und es bleibt nicht nur beim Deck. Weil wir eine optische Verlängerung von außen nach innen anstreben (und umgekehrt), werden wir auch unter Deck Permateek einsetzen. Der Fußboden im Salon, die Trittstufen des Niedergangs und vielleicht sogar unser neuer Stecktisch werden ebenfalls damit belegt. Daniel hat schon so seine Ideen. Wir lassen uns da gern überraschen – und halten Sie im Blog auf dem Laufenden.

Die Dehlya ist unterdessen übrigens wieder in der Hansestadt angekommen. Ab Mittwoch ist unser Refit-Projekt dann eine der Hauptattraktionen der Hamburg Boat Show, wo sie in Halle B5 im Bereich "Refit4You" präsentiert wird. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Permateek-Anprobe: Neues Deck für die Dehlya

Ständig auf Achse: Unsere Dehlya rollte vorige Woche als Vorletzte aus der Interboot-Halle und steht ab Mittwoch schon wieder auf der Hamburg Boat Show!

Jochen Rieker am 10.10.2018

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