Weltumsegelung

Mareike Guhr ist einmal rund

Die Hamburgerin kehrt vom großen Törn zurück – in der YACHT erzählte sie unlängst, wie es war. Auch auf der Hanseboot wird sie vortragen

Andreas Fritsch am 26.09.2016
Mareike Guhr

Mareike Guhr bei der Ankunft in Hamburg

Nach rund 45.000 Seemeilen und viereinhalb Jahren auf See kommt sie zurück: Mareike Guhr, 47-jährige Seglerin aus Hamburg, beendete ihre Weltumsegelung mit dem Katamaran "La Medianoche" an diesem Wochenende im Sandtorhafen in Hamburgs Cityhafen. 37 Länder hat sie bereist und 143 Inseln besucht, 140 Mitsegler haben sie auf ihrer Reise an Bord des Katamarans "La Medianoche" begleitet.

Mareike Guhr ist damit eine der wenigen Frauen, die eigenverantwortlich die Welt umsegelt haben. Gefragt nach Schwierigkeiten, die es mit sich bringt, als weibliche Skipperin unterwegs zu sein, antwortet sie: "Probleme, weil ich eine Frau bin? Im Gegenteil! Ich bin überall mit offenen Armen, oft auch mit Erstaunen empfangen worden und hatte das Gefühl, dass sich die Leute ganz besonders bemüht haben, mir zu helfen."

Ihr wurde viel Neugier entgegengebracht, denn Skipperinnen sind noch immer extrem selten und auf Blauwasser-Yachten kaum zu finden, meint sie. Dabei hat sie vielen Gästen die Möglichkeit geboten, ein Teilstück ihrer großen Reise mitzuerleben und bei der Erkundung der exotischen Ziele dabei zu sein. Sie skipperte den Kat als Profi-Skipperin mit zahlenden Gästen um die Welt. In einem ausführlichen Interview mit der YACHT (Ausgabe 18/2016) hatte sie über ihre Jahre in der Südsee und die Erfahrungen als Skipperin berichtet.

Mareike Guhr

Der Kat "La Medianoche"

Zu den schönsten Momenten ihres langen Törns gehört die Ankunft auf den Marquesas – als sie nach 18 Tagen auf See endlich in der Südsee ankam – oder das Einlaufen in Sydney Harbour. Doch erinnert sie sich auch an schlimme Augenblicke, wie beispielsweise einen heftigen Sturm vor Anker in dem kleinen Atoll Cocos Keeling oder die Nacht in Fakarava im Südsee-Archipel der Tuamotus, in der ein holländisches Schiff keine 300 Meter von ihr entfernt auf einem Riff zerschellte.

Gefragt nach ihren Plänen für die Zukunft, ist sie sich sicher: "Ich werde irgendwann wieder losfahren!" Und sie rät allen, die darüber nachdenken, es auch zu tun. "Wagt es, zieht los und bleibt nicht in der Karibik kleben – fahrt durch den Panama-Kanal. Der Pazifik ist der größte und schönste Ozean der Welt!", ermuntert sie interessierte Blauwassersegler, Aussteiger und alle, die es werden wollen.

Ende Oktober wird Mareike Guhr auf der Hanseboot in Hamburg ihre Erfahrungen über das Leben an Bord im Rahmen von Vorträgen weitergeben. Ein Buch über ihre Reise erscheint in Kürze.

Andreas Fritsch am 26.09.2016

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