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Mann überlebt Havarie vor Fehmarn

Ein 39-jähriger Mann rettete sich nach Pinnenbruch, Kenterung und neun Stunden Treiben über die Howachter Bucht an das trockene Ufer

  • Marco Neumann
 • Publiziert am 05.07.2005

Gestern Nachmittag fuhr der Jollen-Segler von Lemkenhafen aus auf die Ostsee. Plötzlich auftretende Böen bis 9 Beaufort führten zu einem Pinnenbruch und zur Kenterung des Lasers. Nach zwei Stunden Schwert oben konnte der Mann sein Boot wieder aufrichten und unter Notsegel das 25 Kilometer entfernte Sehlendorf im Kreis Plön erreichen.

Der 39-jährige Fehmarner hatte am Montag Nachmittag nur mit Badehose bekleidet, ohne Rettungsmittel Lemkenhafen in Richtung offene See verlassen. Wie seine Frau im Nachhinein berichtete, wollte er bis 19 Uhr zurück sein.

Der Laser-Segler war schon auf dem Rückweg als bei plötzlich auftretenden Böen um 7 Beaufort sein Pinnenausleger brach. Weiter auffrischender Wind auf 9 Beaufort ließen den Laser kentern. Nach zwei Stunden Schwert oben gelang es dem Fehmarner endlich die Jolle wieder aufzurichten. Unter Notsegel gelang es dem Mann, das Boot mehr oder minder kontrolliert in Fahrt zu bringen. Gegen 3 Uhr landete er mit der Jolle unterhalb der Steilküste von Sehlendorf im Landkreis Plön an.

Stark unterkühlt, völlig erschöpft und mit einigen Prellungen schleppte er sich zum nächst gelegenem Haus und erhielt dort erste Hilfe durch den Anwohner.

Während ihr Mann auf See um sein Leben kämpfte, hatte seine Gattin um 21.39 Uhr ihren Mann als vermisst gemeldet. Daraufhin begann die Mannschaft des DGzRS-Seenotkreuzers „John T. Essberger“ nach dem Vermissten zu susuchen. Ebenfalls an der Suche beteiligt waren das Seenotrettungsboot „Helmuth Manthey“, ein Marinehubschrauber vom Typ SeaKing und die „Bad Düben“ des Bundesgrenzschutzes.

Die Suchaktion wurde, aufgrund der vorhandenen Nachrichtenlage, durch die Seenotrettungsleitung Bremen der DGzRS auf ein Gebiet westlich von Fehmarn und im Fehmarnsund angesetzt.

Gegen 1.28 Uhr wurde die Suche jedoch vorläufig eingestellt und sollte morgens um 7.00 Uhr fortgesetzt werden. Dies war nicht mehr erforderlich.


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Themen: HavarieUnglück

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