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MacArthur-Tri: 15 Knoten sind nichts

YACHT-Preisausschreiben: Gewinner trifft Ellen an Bord ihres 75-Fuß-Geschosses "B&Q Castorama"

  • Matthias Beilken
 • Publiziert am 18.08.2004

Die Gewinner müssen an Bord mit anpacken

Es war ein trüber Tag auf dem südenglischen Solent. Einen Tag nach dem Ende der Cowes Week trieben sich nur wenige Yachten auf der berühmten Meerenge herum. Ein Glück: Denn der neue Multihull von Ellen MacArthur, das eigens für sie gebaute Rekordfahrzeug, braucht Auslauf.

Zwar gilt der Solent als "B&Qs" Heimatgewässer. Doch der Trimaran ist bis heute nur wenige Wochen hier gewesen. Dennoch waren in dieser Zeit Segeltermine mit Externen drin. Auch für den YACHT-Gewinner Christof Schad, der auf Initiative des Tauwerksherstellers Marlow Ropes an Bord gekommen ist.
Bei etwa zwölf Knoten Wind ließ Skipperin Ellen zwar bereits die Segelfläche verkleinern. Aber auch unter kleiner Fock und gerefftem Groß schaffte Christof Schad aus Hamburg an der Pinne unter MacArthurs Aufsicht noch Top-Speeds von über 15 Knoten.

Schad, wie auch die anderen Gäste an Bord, zeigten sich von der schieren Größe des Fahrzeugs überwältigt. Zwar ist das Schiff, das zur allgemeinen Verwirrung an Backbord blau und an Steuerbord Orange lackiert wurde, bereits häufig fotografiert worden. Aber das kann einen direkten Eindruck nicht ersetzen.
Jedoch ist nicht alles an dem Boot gewaltig: Ellen MacArthur muss es ja schließlich allein bewegen, und da ist Einfachheit gefragt, nicht Gigantismus. Es besticht daher durch simple und rationale Lösungen, die vor allem die Fachleute von Sponsor und Lieferant Marlow Ropes bestaunten. So gibt es nicht einen Schäkel und nicht ein Edelstahl-Padeye an Deck des 23 Meter langen und 16 Meter breiten Tris und ansonsten jede Menge intelligenter Lösungen.
Intelligent ist auch die Kabine, denn sie bietet alles, was man als Schutzzelle brauchen kann. Allein — sie ist wahnwitzig klein. Nur einen Hocker vor dem Navitisch beherbergt sie, direkt neben einer Koje von MacArthurs Ausmaßen. Wegen des hohen Freibords des Mittelrumpfs ist die Kabine quasi anderthalbetagig: Eine Vorratslast befindet sich unterhalb und vor MacArthurs Füßen, eine weitere im achteren hinteren Teil der Kabine. Nichts als ein nichtkardanisch aufgehängter Campingkocher — eigens aus Kohlefaser gebastelt — und einige Tuchtaschen bildet die Pantry.
Dennoch ist "B&Q Castorama" fast ein Seeschiff. Und das Gefühl, ein solches Boot allein ans Ziel zu bringen, muss überwältigend sein.


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Themen: B&Q CastoramaMacArthur

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