Geschäftsidee
Lenz-Abo: Amsterdam macht´s möglich

Ein Projekt für Mensch, Umwelt und Boot: In der Hauptstadt schöpfen Arbeitslose offene Kähne leer. Gegen Bezahlung und auf Wunsch regelmäßig

  • Alexander Worms
 • Publiziert am 20.05.2011

Überall entlang der zahlreichen Grachten sind sie zu finden, halb abgesoffene Seelenverkäufer. Zumeist mehr schlecht als recht vertäut und offenbar vom gestressten Eigner deutlich vernachlässigt. Andere Aktivitäten, wie im Cafe sitzen oder eines der vielen Museen besuchen, ja vielleicht sogar arbeiten, scheinen wichtiger.

nooitmeerhozen.nl Ein sinnvolles, gutes Werk: Boot lenzen durch Nooitmeerhozen.nl

Das eigene Boot aber, versinkt nach und nach immer mehr. Zuerst in der eigenen Bedeutungslosigkeit und danch in der Gracht. 500 Stück sind das jedes Jahr und jedesmal gelangen Schadstoffe ins Wasser der ohnehin arg gebeutelten Innenstadtgewässer Amsterdams, vor allem wenn Außenborder im Spiel sind,.

„Das geht so nicht weiter”, dachte sich Jef Keizer und rief das soziale Projekt Nooitmeerhozen.nl ins Leben. Das heißt soviel wie: Nie wieder Pützen und beschäftigt Menschen auf dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt. Die radeln mit großen Bakfietsen, Fahrrädern mit Laderaum, durch die Grachtenstadt und schaufeln die Bötchen ihrer Kunden leer. Auf Wunsch sogar regelmäßig, zum Beispiel im Wochenabo.

Bestellt wird online, berechnet nach Bootsgröße und je nachdem wie weit das Objekt vom Zentrum der Kapitale entfernt ist. Ist das Schiff schon versunken, wird auf Wunsch ein Angebot zur Bergung erstellt. Präventiv bietet Nooitmeerhozen.nl auch automatische Pumpen an. So muss es gar nicht so weit kommen. Was allerdings schade wäre: Amsterdam ist nämlich ganz klar um eine Kuriosität reicher.


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Themen: AmsterdamGrachtenLenzenoffener Kahn

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