Umwelt & Zukunft

Legende mit neuem Leben: "Energy Observer" auf Kurs Zukunft

1994 gewann Sir Peter Blakes Team Enza auf ihm die Jules Verne Trophy, jetzt wirbt der Wasserstoff-Katamaran als "Energy Observer" für erneuerbare Energien

Tatjana Pokorny am 26.04.2019
Energy Observer
tati

Trio für die Zukunft: Im Vordergrund die Kuppel der begleitenden Energy-Observer-Ausstellung an den Magellan-Terrassen in der Hamburger HafenCity, rechts dahinter der französische Wasserstoff-Katamaran und dahinter die Elbphilarmonie

Ungewöhnlicher Besuch in der Hamburger HafenCity: Zum Wochenende machte die französische Crew der "Energy Observer" vor den Magellan-Terrassen fest. Die Hansestadt markiert den norddeutschen Zwischenstopp des ersten Wasserstoffschiffes der Welt auf seiner Tour um die Erde. Die Mannschaft um Skipper Victorien Erussard will insgesamt mehr als sechs Jahre unterwegs sein und befindet sich aktuell auf dem nordeuropäischen Abschnitt ihrer "Odyssee". Auch Besuche der Olympischen Spiele 2020 und 2024 stehen auf dem Langzeit-Törnplan. Begrüßt wurden die Franzosen in Hamburg von Professor Jürgen Bruns-Berentelg, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der HafenCity Hamburg GmbH, und vom französischen Generalkonsul in Hamburg Laurent Toulouse.

Energy Observer

Skipper Victorien Erussard an Bord seiner "Energy Observer" in der Hamburger HafenCity

Worum geht es bei diesem nachhaltigen Projekt? Mit dem ehemaligen Regattasegler Victorien Erussard, der unter anderen Rennen einmal die Route du Rhum und viermal das Transat Jacques Vabre bestritten hat, sowie dem Expeditionsleiter, Taucher und Filmemacher Jérôme Delafosse haben sich zwei Männer zusammengetan, die den Planeten zu einem besseren Ort machen und ihre Umwelt mit neuen Ideen inspirieren wollen. Seit Erussards erste Idee im Jahr 2013 sind sie weit gekommen. Mit dem umgebauten ehemaligen Rennkatamaran, der das Team Enza von Sir Peter Blake und Sir Robin Knox-Johnston vor 25 Jahren zur Jules Verne Trophy trug, bewegt sich die Crew der "Energy Observer" fossilfrei, autark und ohne CO2-Ausstoß über die Weltmeere. Wie das technisch geht, erklären die Macher Experten und Laien in mehr als 101 Häfen in 50 Ländern rund um die Welt. An Bord des schwimmenden Labors werden neue Technologien getestet und optimiert. 

Der Clip stellt den Skipper und die Herausforderung vor. Victorien Erussard erinnert sich: "Am Anfang haben sie mich einen Utopisten genannt." Inzwischen sind große Unternehmen wie Toyota an Bord gekommen, die das Projekt Energy Observer hier eindrucksvoll nachzeichnen

Energy Observer

Früher einmal Jules-Verne-Siegerin, heute schwimmendes Labor auf Weltreise: die "Energy Observer"

Gerade mal vier Tage alt sind beim Besuch in Hamburg beispielsweise die neuen Flügelsegel des Bootes, mit denen die Mannschaft ihre erste Testfahrt von Amsterdam nach Hamburg bestritten hat. "Ich bin sehr zufrieden mit den neuen Oceanwings. Diese Antriebsflügel ermöglichen es uns, bei geringerem Energieverbrauch noch schneller zu sein", sagte Skipper Erussard in der HafenCity. Abgeschaut hat sich das Team das Flügelprinzip von den America's-Cup-Profis. Gebaut hat die effektiven Segel das bekannte französische Design-Büro VPLP Design. 

Energy Observer

Aus einer Präsentation des Teams Energy Observer: So funktionieren die in Hamburg erst vier Tage alten Oceanwings

Energy Observer

Weiß ragt einer der beiden neuen "Oceanwings" in den bewölkten Himmel über Hamburg – Skipper Victorien Erussard hat ihn zu Demonstrationszwecken gesetzt

Das Boot hat das Team inklusive Refit rund sechs Millionen Euro gekostet. Die Projektkosten belaufen sich jährlich auf rund drei Millionen Euro. Hinter dem engagierten Projekt auf Kurs Zukunft stehen Einzelpersonen ebenso wie kleine Denkfabriken und große Unternehmen. Ein wichtiges Ziel besteht darin, Wasserstoff als Energieträger auf breiter Front populär zu machen. Dafür steht das Projekt Energy Observer, das Erussard auch mit der Erfahrung aus seiner Zeit als Segelprofi initiierte und auf die Beine stellte.

Energy Observer

Das Team der "Energy Observer" ist in der Hamburger HafenCity zu Gast

Bis zum 5. Mai liegt das Boot noch an den Magellan-Terrassen, wo ein kleiner erdrunder Ausstellungsraum zu besichtigen ist. Am 9. Mai wird die "Energy Observer" außerdem an der Parade zum 830-jährigen Bestehen des Hamburger Hafens teilnehmen. Dazu werden an der Elbe mehr als eine Million Besucher erwartet. 

Hier geht es zur Homepage des inspirierenden Projekts mit allen Informationen.

Tatjana Pokorny am 26.04.2019

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online