Tourismus
Kurtaxe für Segler in Eckernförde

In Eckernförde wird es ab kommender Saison teurer: Zusätzlich zum Liegegeld wird für alle Segler ab 18 Jahren Kurtaxe erhoben

  • Karolina Meyer-Schilf
 • Publiziert am 12.02.2015

Eckernförde Tourist&Marketing Auch die Gäste des Eckernförder im-Jaich-Hafens müssen ab dieser Saison Kurtaxe zahlen

In der Gemeindesatzung steht es schon lange, nur hat sich bislang niemand darum gekümmert: Gastsegler müssen in Eckernförde Kurtaxe zahlen. Die Abgabe beträgt 2 Euro pro volljähriger Person und Nacht, Kinder sind von der Abgabe befreit. Und auch Dauerlieger sind von der Kurtaxenpflicht ausgenommen.

Entgegen anderslautender Medienberichte ist die Abgabe für Gastlieger aber nicht neu beschlossen worden, lediglich die Satzung wurde dahingehend geändert, dass die Segler nun auch explizit als eigene Gruppe aufgeführt werden. Vorher waren sie mitgemeint, aber nicht extra genannt. "Die Hafenbetreiber müssen jetzt einfach mehr darauf achten, die Kurtaxe auch wirklich zu erheben", so Marnie Schaefer, Leiterin der Abteilung Tourismus der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH. Dies sei der einzige Unterschied zu vorher.

Eckernförde Tourist&Marketing Abendstimmung in Eckernförde: Ab dieser Saison wird die Übernachtung deutlich teurer

Die Stadt folgt damit einem allgemeinen Trend an der Ostseeküste: In vielen anderen Häfen ist die Kurtaxe für Segler schon lange Usus. In Eckernförde wie in bislang 19 anderen Gemeinden erhält man bei Zahlung der Abgabe die Ostseecard : Sie beinhaltet besondere Vergünstigungen wie ermäßigten oder gar freien Eintritt ins Schwimmbad oder Rabatte bei der Strandkorbmiete.

Was in anderen Häfen schon lange gang und gäbe ist, stößt in Eckernförde auf Kritik: Die drei ansässigen Hafenbetreiber befürchten einen Rückgang der Gästeliegerzahlen. "Das wird auch bei unserem Verein zu Einnahmeverlusten führen", heißt es beim Segelclub Eckernförde (SCE). Bemängelt wird außerdem, dass es noch kein überzeugendes Konzept für den erhöhten Verwaltungsaufwand gebe.

Für ein Schiff bis zehn Meter Länge wurden in Eckernförde bisher zwischen 12 und 15 Euro pro Nacht fällig, je nach Hafen. Ein Ehepaar mit zwei Kindern und einem solchen Zehn-Meter-Schiff zahlt ab kommender Saison also bis zu 19 Euro pro Nacht, für Chartercrews mit mehreren Erwachsenen an Bord wird es entsprechend teurer.

Allerdings sind auch die umliegenden Häfen nicht gerade günstig: Im nahen Damp beispielsweise gibt es zwar keine Kurtaxe, dafür kostet dort die Nacht für ein Zehn-Meter-Schiff per se 18 Euro.

Stefan Borgmann, Geschäftsführer der Eckernförde Touristik und Marketing GmbH, befindet sich nach Auskunft seines Büros derzeit im Gespräch mit den Hafenbetreibern, um mit ihnen die Umsetzung des Ratsbeschlusses zu erörtern. Ob künftig die bisher von der Abgabe befreiten Dauerlieger ebenfalls zahlen müssen, wollte man auf Nachfrage der YACHT nicht beantworten.


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Themen: EckernfördeHäfenKurtaxeliegegebührenOstseecardTourismus

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