Langfahrt

Kurs Karibik

165 Crews mit Yachten aus 36 Ländern haben sich gestern Mittag im Rahmen der alljährlichen Atlantic Rally for Cruisers auf den Weg über den Großen Teich gemacht

Pascal Schürmann am 26.11.2018
Start der ARC 2018
WCC/J. Mitchell

Fahrtenboote, Racer, Katamarane, Luxusyachten sowie eine klassische Yawl gingen am Sonntag vor Las Palmas di Gran Canaria bei perfekten Bedingungen über die Startlinie. Voraus haben sie 2700 Seemeilen bis zum Zielhafen, der Rodney Bay Marina im Norden der Karibikinsel Saint Lucia. Und wie jedes Jahr bei der nunmehr 33. vom britischen World Cruising Club veranstalteten Atlantic Rally for Cruisers (ARC) sind die Crews bunt gemischt, von der Familien- und Regattacrew über Kojencharterer und Paare bis hin zu Freundes- und Ausbildungscrews ist alles mit dabei.

Für viele begann mit dem Start, oft nach jahrelanger Planung, monatelanger Vorbereitung und zuletzt wochenlangem Abarbeiten der finalen To-do-Liste der Höhepunkt des Jahres. Die letzten Tage in der Marina von Las Palmas waren für sie voller Aufregung sowie angefüllt mit Verproviantieren und letzten Reparaturen an der Ausrüstung. In den vergangenen zwei Wochen gab es vor Ort zudem ein Seminarprogramm und Sicherheitschecks der Boote sowie diverse Abendveranstaltungen, sodass die Crews sich nicht nur optimal auf die voraus liegende Route vorbereiten, sondern sich auch untereinander gut kennenlernen konnten.

ARC Tracker

Die Positionen der Yachten am heutigen Morgen

Begleitet wurde das Auslaufen der Boote gestern Morgen von Salsa-Rhythmen und dem Beifall unzähliger Zuschauer, die die Hafenmolen in Scharen bevölkerten – der Start der ARC ist längst ein Höhepunkt im jährlichen Veranstaltungskalender von Las Palmas. 

Bilderbuchwetter zum Auftakt

Zwar ist die ARC eine Fahrtenseglerregatta, dennoch gibt es eine Start- und eine Ziellinie, und die Boote sind je nach Größe, Typ und Leistung in Gruppen aufgeteilt. Recht ungewöhnlich für einen ARC-Start wehte der Wind gestern vor Las Palmas aus Norden, sodass die Boote entweder auf Backbord- oder Steuerbordbug starten konnten. Sowohl beim Start der Multihulls als auch der Fahrtensegler bildeten sich zwei Gruppen, und die sehr lange Startlinie bot an beiden Enden genug Raum für die Yachten. Der moderate Wind von 12 bis 15 Knoten führte zu einem ruhigen und entspannten Auftakt der langen Reise für alle Yachten, wobei die letzten Boote die Startlinie erst 30 Minuten nach dem Startsignal überquerten.

22 Regattayachten nahmen die Sache hingegen ernster. Die Beneteau First 47.7 von Performance Yacht Racing EH01 wurde von Skipper Andras Bakody als Erste über die Startlinie gesegelt, dicht gefolgt von der russischen Mobile 53 "Anna" und dem Favoriten der Klasse "Scarlet Oyster". Spinnaker und Gennaker kamen zum Einsatz, als die Racer halsten, um sich von der Küste Gran Canarias freizusegeln.

Die Brise beim Start war gerade stark genug, dass die Boote entlang der Küste von Gran Canaria nach Süden segeln konnten. Doch der Wetterguru der ARC Chris Tibbs hatte für die Nacht in Inselnähe leichtere Winde vorhergesagt; bei diesen Bedingungen werden die Yachten wohl eher von der Küste weg nach Südost segeln. Für die nächsten Tage ist dann ein gemäßigter Passatwind zu erwarten, was vermuten lässt, dass die Boote dieses Jahr eine südlichere Route statt des Rhumbline-Kurses nach Saint Lucia wählen werden

Gleichzeitig mit dem Start der ARC in Gran Canaria verabschiedete sich die zweite ARC+-Flottille von São Vicente auf den Kapverden. Sie nimmt nun ebenfalls Kurs auf die Karibik, steuert aber nicht Saint Lucia, sondern die Nachbarinsel Saint Vincent an.

Alle ARC-Boote sind mit Satellitentrackern ausgestattet, sodass das Vorankommen der Boote via Fleet Viewer verfolgt werden kann. 

Die YACHT war in den vergangenen Tagen vor Ort und hat diverse Crews während ihrer letzten Vorbereitungen auf den langen Schlag über den Atlantik beobachtet. Ein ausführlicher Bericht, insbesondere über mehrere der deutschen Teilnehmercrews, erscheint in einem der kommenden Hefte. 

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Pascal Schürmann am 26.11.2018

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