Blauwasser
Kurs Kapverden

In der Düse zwischen den Kanaren kommt Longue-Route-Segler Georg Schimmelpfennig gut voran. Allerdings beschert ihm der achterliche Wind auch reichlich Arbeit

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 24.09.2018
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YACHT/Stefan Schorr Kurs Kapverden

Nachdem er tagelang mit schwachen Winden zu kämpfen hatte, ist die "Hekla" des Düsseldorfer Einhandskippers zuletzt wieder gut in Fahrt. Die Kanaren liegen inzwischen achteraus. Hier Schimmelpfennigs aktueller Bericht von Bord:

In diesem Kanarenpassat zu segeln hat seinen eigenen Reiz. Er kommt bei mir zurzeit derart exakt von achtern, dass ich ständig überlege, welcher Bug der beste ist, um möglichst genau auf der Peillinie zu bleiben. Wie oft muss gehalst werden? In mir eine ständige Diskussion.

Das Ganze bringt nicht wenig Arbeit und mitunter eine ziemliche Hampelei auf dem Vorschiff mit sich: Genua einrollen, Spibaumseite wechseln, rund achtern, dabei Baumbremse nicht vergessen und auf dem anderen Bug dann alles auf dem Vorschiff wieder aufbauen. 

YB Die Position der "Hekla" am heutigen Mittag

Meine erste Strategie, möglichst mit beiden Segeln auf einem Bug zu segeln, habe ich schnell begraben: viel zu große Wendewinkel, viel zu viel Strecke. Ist der Wind schlapp, laufen Groß und Gennaker oder Parasailor solo am besten. 

Bisher kann ich bei genügend Wind zwischen 120 Meilen und 140 Meilen als Etmal halten. Damit bin ich einstweilen zufrieden.

Fliegende Fische haben sich auch eingestellt. Einen habe ich nachts im Manöver plattgetreten. Morgens finde ich eigentlich immer einen auf den Seitendecks. Tagsüber sehe ich sie in Schwärmen über die Wellen fliegen. Dass sich da in der Dunkelheit mal einer verfliegt, scheint also nur normal – wenn auch mit leider tödlichem Ausgang für den Fisch.

Insgesamt gesehen ist das hier noch nicht allzu anstrengend. Es sind sogar lange Schlafintervalle für den Skipper drin. Das ist auch dem geringen Schiffsverkehr zu verdanken, wie mir das aufgezoomte AIS-Bild bestätigt.

In der Nacht auf Sonntag haben "Hekla" und Adam, die Steueranlage, 58 Meilen ohne mein Zutun gesegelt.

Aber ich glaube, das wird sich noch ändern. Dienstag werde ich wohl an den Kapverden vorbei sein, und dann geht es erstmal in einem Rutsch in Richtung der Ile de Fernando de Noronha, an der ich knapp östlich vorbei will. Davor liegen aber noch die Doldrums und meine Äquatortaufe. Danach geht es dann östlich an Südamerika weiter in Richtung Süden.

Regen hat sich bisher leider noch nicht eingestellt. Meine Wasservorräte behalte ich kritisch im Blick. Und denke darüber nach, alsbald meinen manuellen Salzwasserumwandler in die Hand zu nehmen. Ich möchte meine Vorräte nicht zu weit herunterwirtschaften. Und neugierig bin ich auf das Ding schließlich auch."


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