Yachtbau

Kuriositäten »Made in GDR«

20 Jahre Mauerfall: Wie in Ostdeutschland mit viel Fleiß und Improvisationstalent Boote entstanden

Jochen Rieker am 13.10.2009

Getuppelt, nicht laminiert: DDR-Segler bauten ihre Boote vielfach selbst

Im Westen entwickelte sich in den sechziger Jahren der Bootsbau schnell zu einer professionellen, später sogar industriellen Branche. Ganz anders in der DDR. Dort gab es nur wenige Betriebe, die Yachten auf internationalem Niveau fertigen konnten. Dafür umso mehr Selbstbauprojekte.

Boote wie die Vilm-Motorsegler oder der in der Volkswerft Stralsund gebaute Stahlrundspanter "Sund" zählten zu den wenigen Serienschiffen aus ostdeutscher Produktion.

Daneben prägte vor allem Eigenbau die Szene. Viele Boote entstanden unter "Sportfreunden", wie sich Vereinsmitglieder nannten: Jollenkreuzer etwa und der bekannte Kleinkreuzer "Hiddensee". Gemeinsam half man einander beim "Tuppeln" (Laminieren).

Mutter aller Kleinkreuzer: "Hiddensee I", der Prototyp des DDR-Vierteltonners

Die YACHT stellt im 4. Teil der Serie zu 20 Jahren Mauerfall die Bootsbauszene in der DDR vor. Ihre wichtigsten Protagonisten. Die erfolgreichsten Schiffstypen. Die teils abenteuerlichen Umstände, unter denen die Bastler in der sozialistischen Mangelwirtschaft an Material und Formen kamen.

Und in der Reihe "Das besondere Boot" auf acht Seiten auch eben jenen Vierteltonner "Hiddensee I" von Konstrukteur Walter Loos — den Prototyp von 1972. Eine Art Cruiser/Racer "Made in GDR".

Jochen Rieker am 13.10.2009

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