Refit-Blog Woche 14
Konzeptphase: Lernt die Dehlya 25 fliegen?

Foilen ist in aller Munde, der America’s Cup als Königsdisziplin steht vor der Tür. Da liegt der Gedanke nahe: Könnte auch die Dehlya abheben?

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 09.02.2017
So würde die kleine Dehlya wohl mit Tragflächen aussehen. So würde die kleine Dehlya wohl mit Tragflächen aussehen. So würde die kleine Dehlya wohl mit Tragflächen aussehen.

Lars Bolle So würde die kleine Dehlya wohl mit Tragflächen aussehen.

Am Samstag kommt die neue YACHT 5 an den Kiosk. Darin ein neuer Sportkatamaran, der – wie könnte es anders sein – foilt. Ebenfalls in diesem Heft die Rückschau auf die Vendée Globe, bei der Foilen, oder Semi-Foilen, ein Riesenthema war.

Für das darauffolgende Heft, die Ausgabe 6, feilen die Redakteure gerade an den letzten Zeilen für einen Foiling-Schwerpunkt. Die neue Figaro 3 kommt mit Seitenschwertern ähnlich denen der Vendée-Globe-60er daher. Ist damit das Foilen auch im Fahrtensegeln angekommen?

Wo führt das alles hin? Was ist noch möglich?

Gerade sind wir, parallel zur Diskussion um den Innenausbau, in der Konzeptphase für den Dehlya-25-Refit. Was für ein Rigg soll auf dem Boot stehen, was machen wir mit dem Kiel, dem Wasserballast, dem Ruder? Ein großes Pro und Kontra der denkbaren Varianten finden Sie ebenfalls in YACHT 5, für alle Nichtabonnenten ab 15. Februar am Kiosk.

Lars Bolle Und alles noch mal von Lee aus gesehen

Darin wird jedoch die Frage des Foilens nicht behandelt. Dafür bekommen alle Leser dieses Blogs eine Antwort: Nein, die Dehlya wird nicht fliegen. Die Computergrafik ist ein Fake. Wir haben nicht einmal richtig ernsthaft diesen Aspekt erwogen. Denn die Dehlya mit Tragflächen zu versehen wäre etwa so, wie einen Trabbi (Trabant, Ex-DDR-Pkw, aus Pappe, auch Rennpappe genannt), mit Raceslicks und Heckspoiler zu versehen (wobei das tatsächlich einige Enthusiasten getan haben). Weit über 120 Kilometer pro Stunde würde er dennoch nicht schaffen. Es fehlen einfach die Leistung und die aerodynamische Form.

Wie bei der Dehlya, nur da geht es um Hydrodynamik. Sie ist ein Verdrängerboot, mit relativ kurzer Wasserlinie und schmalem Heck. Sie wird sich nie aus ihrem Wellensystem befreien können, also gleiten. Was eine Anfangsvoraussetzung fürs Foilen bei Einrumpfern ist: viel Speed für viel Auftrieb bei geringem Widerstand der Tragflächen.

Lars Bolle Und alles noch mal von Lee aus gesehen

Neben der Rumpfform reicht bei der Dehlya dafür der Antrieb nicht aus. Jedenfalls nicht mit der vorgesehenen Segelfläche. Diese müsste so stark vergrößert werden, dass das Boot wegen fehlendem Gegengewicht in Form von Schwenkkiel auf der Seite liegen würde, bevor es beschleunigte. Zudem müsste es so leicht werden, dass Einbauten nicht mehr infrage kämen. Die würden aber ohnehin obsolet, weil die Schwertkästen auf beiden Seiten und die Bedienmimik das Innere in Anspruch nähmen.

Und dann müsste man auch das Heck kurz nach dem Niedergang absägen und ein neues, breites, flaches, leichtes ankleben. Bei der Gelegenheit am besten gleich noch den Steven begradigen, den Spant im Vorschiffsbereich U-förmiger, voller ausführen. Obwohl ... Dann könnte man auch gleich die neue Heckpartie und die neue Bugpartie direkt zusammenkleben.

Ach nee, dann hätte man ja keine Dehlya mehr...


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