Nord-Ostsee-Kanal
Kiel-Holtenau: Havarie in der Schleusenkammer

Ein Frachter rammte das Schleusentor in der Südkammer in Kiel-Holtenau – noch ist unklar, wann das Tor ausgetauscht und wie lange die Sperrung dauern wird

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 21.02.2018
Das Containerschiff "Akacia" beschleunigt in der Schleusenkammer statt zu stoppen – und durchbricht das fördeseitige Tor der Südkammer in Kiel-Holtenau Das Containerschiff "Akacia" beschleunigt in der Schleusenkammer statt zu stoppen – und durchbricht das fördeseitige Tor der Südkammer in Kiel-Holtenau Das Containerschiff "Akacia" beschleunigt in der Schleusenkammer statt zu stoppen – und durchbricht das fördeseitige Tor der Südkammer in Kiel-Holtenau

WSA Kiel-Holtenau Das Containerschiff "Akacia" beschleunigt in der Schleusenkammer statt zu stoppen – und durchbricht das fördeseitige Tor der Südkammer in Kiel-Holtenau

In der Nacht zu Dienstag ist ein aus Brunsbüttel kommender Frachter mit dem Schleusentor der Südkammer in Kiel Holtenau kollidiert. Das Tor wurde dabei durchbrochen und zerstört, die Kammer für die Schifffahrt gesperrt. Wenige Wochen vor Saisonbeginn könnte das zu Wartezeiten für diejenigen Skipper führen, die ihr Schiff im Frühling und Herbst durch den Nord-Ostsee-Kanal überführen.

Dauer der Sperrung ist unklar

"Im Moment ist noch alles offen, und wir können noch nicht sagen, wie lange es dauern wird, bis das Tor in der Südkammer ausgetauscht ist", sagt Matthias Visser, zuständig beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Kiel Holtenau. "Das zerstörte Schleusentor muss nun ausgebaut und durch ein Reservetor ersetzt werden. Gewöhnlich dauert das nur zwei bis drei Tage", so Visser. Ein exakter Zeitplan für den Austausch steht aber noch nicht fest.

WSA Kiel-Holtenau Das zerstörte Schleusentor zur Kieler Förde

Zunächst werde das zerstörte Tor nun von Tauchern überprüft und die Statik untersucht, außerdem wird geklärt, ob Ballasttanks beschädigt wurden. Teile des zerstörten Schleusentors müssen aus der Kammer geborgen werden. "Dann wird das Konzept für den Austausch des Tores erarbeitet", sagt Visser.

Wasserschutzpolizei ermittelt Ursachen

Warum der aus Bremerhaven kommende Frachter "Akacia" mit dem Ziel Sankt Petersburg nicht in der Schleusenkammer gestoppt habe, sondern beschleunigt und das Tor gerammt habe, werde derzeit von der Wasserschutzpolizei untersucht. Vermutet wird bisher, dass es sich um einen technischen Defekt handelt. Verletzt wurde bei der Havarie niemand, ein Schlepper hat die "Akacia" mittlerweile von dem Tor gezogen, auf dem es nach der Kollision aufgelegen hatte. Nun muss das Schiff noch aus der Kammer geschleppt werden.

Für die Berufsschifffahrt hat der Unfall in der Südkammer bereits lange Wartezeiten auf beiden Seiten der Schleuse verursacht. Derzeit ist nur die Nordkammer in Betrieb, über aktuelle Wartezeiten informiert das WSA Kiel-Holtenau auf seiner Webseite .


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Themen: AkaciaHavarieSchleuse Kiel-HoltenauSperrung

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