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Kein Olympia in Deutschland

Leipzig verliert Vorausscheidung - Aus für Segelspiele 2012 in Rostock

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 18.05.2004

Die unter Nicht-Leipzigern überwiegende Skepsis hat sich bestätigt: Der deutsche Kandidat ist bei der Vorauswahl zur Olympiastadt 2012 ausgeschieden. Damit sind auch Rostocks Anstrengungen um die Austragung der Segelwettbewerbe vergeblich gewesen.

Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), verkündete heute Mittag in Lausanne die fünf Bewerber-Städte, unter denen im kommenden Sommer der Schauplatz der Spiele 2012 ermittelt wird: Paris, New York, Moskau, London und Madrid.

Uwe Jahnke, Stellvertretender Leiter des Olympiabüros in Rostock, reagierte mit einer Mischung aus Trübsal und Gelassenheit: "Wir sind natürlich traurig, aber es war ein sportlicher Wettkampf, und da kann man gewinnen oder verlieren."

Auch Jochen Schümann, dreimal Sieger bei Olympia, zeigte sich enttäuscht. Er sei "sehr überrascht" von der IOC-Entscheidung. "Die Spiele", so Schümann, "hätten uns gut getan."

Aufgeben wollen die Rostocker nach der Niederlage nicht. "Wir haben das Gleiche ja schon einmal bei der Bewerbung für die Spiele 2000 erlebt, als Berlin scheiterte", kommentiert Jahnke. "Und auch damals ging es weiter. Also warten wir ab, wie das IOC jetzt endgültig für die Spiele 2012 entscheidet. Sollte es keine europäische Stadt sein, rechnen wir uns für Deutschland gute Chancen für 2016 aus. Und dann werden wir uns wieder um die Segelwettkämpfe bewerben."

Die bislang erfolgten hohen Investitionen sieht Jahnke nicht als verloren an: "Was wir investiert haben, haben wir in Projekte gesteckt, die nicht nur für Olympia wichtig waren - zum Beispiel der neue Yachthafen in Warnemünde."
In Rostock wurde die Wahl überschattet von einem Brandanschlag von Olympiagegnern auf den örtlichen Informations-Pavillon.

Mit den Worten: "Das Spiel ist aus, aber die Motivation bleibt" kommentierte DSV-Präsident Dierk Thomsen die Entscheidung. Stellvertretend für die rund 1.400 Mitgliedsvereine des Deutschen Segler-Verbandes erklärte er in Rostock: "Wir müssen akzeptieren, dass sich Leipzig mit dem dazugehörigen Segelstandort Rostock-Warnemünde nicht gegen die großen Metropolen durchsetzen konnte. Aber wir Segler und Surfer haben nicht nur verloren, sondern auch gewonnen. Dank der Bewerbung ist ein enormer Schub durch die deutsche Küstenregion gegangen."


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Themen: 2012Olympische SpieleRostock

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