Werften

Kat-Hersteller Fountaine Pajot will Dufour übernehmen

Der Konzentrationsprozess im Bootsbau setzt sich fort. Zuvor waren Bavaria und Hanse bei Katamaran-Werften eingestiegen

Jochen Rieker am 30.03.2018
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YACHT/Jean-Marie Liot

Auf dem Sprung. Fountaine Pajot hält Kurs auf Dufour

Wie die Nachrichtenagentur Reuters heute Abend in einer Kurzmeldung ankündigte, steht der französische Katamaran-Hersteller Fountaine Pajot – eine der größten Mehrrumpf-Werften der Welt – unmittelbar vor dem Einstieg bei Dufour. Schon in den nächsten Wochen, so Reuters, könnte eine Mehrheitsbeteiligung besiegelt werden. Das bestätigen Informationen, die YACHT online vorliegen.

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Dufour 382

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Saona 47

Mit der Übernahme entstünde eine schlagkräftige Allianz, die über große Einkaufsvorteile bei Zulieferern und ein dichtes Händlernetz verfügen würde. Dufour gilt hinter Groupe Beneteau und der Hansegruppe als Nummer drei der Welt bei Segelyachten.

Der Zusammenschluss könnte helfen, diese Position zu festigen – zumal Fountaine Pajot auch im Chartergeschäft über eine Beteiligung an Dream Yacht Charter stark aufgestellt ist. Der von Loic Bonnet gegründete Bootsverleih verfügt über eine Flotte von fast 1000 Yachten an 45 Standorten weltweit – ein attraktiver Vertriebskanal.

Zuvor hatten Bavaria Yachts (Nautitech) und Hanseyachts (Privilége) etablierte Fahrtenkatamaran-Hersteller in Frankreich übernommen. Auch die Beneteau-Gruppe verfügt mit Lagoon über eine hoch profitable Kat-Marke. Fountaine Pajot wendet nun das Blatt und will als erste Mehrrumpf-Werft einen klassischen Serienyachtbauer aufkaufen.

Für Dufour wäre es der vierte Gesellschafterwechsel innerhalb nur eines Jahrzehnts. Nachdem die Werft mit Sitz in einem Vorort von La Rochelle ihre Eigenständigkeit verloren hatte, war zunächst Grand Soleil, dann Bavaria eingestiegen. Schließlich übernahm Geschäftsführer Salvatore Serio in einer Art Management Buyout die Mehrheit, unterstützt von regionalen Banken, die die Finanzierung sicherten. Mit dem Einstieg von Fountaine Pajot könnte die Marke erstmals wieder längerfristig aufgestellt werden.

Jochen Rieker am 30.03.2018

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