Rekord

Jubiläum einer Legende

Vor 40 Jahren segelte Sir Robin Knox-Johnston als erster Mensch einhand und nonstop um die Erde. Am heutigen Tag erinnern Segler in aller Welt an seine großartige Leistung

Pascal Schürmann am 22.04.2009

Sir Robin Knox-Johnston an Bord seiner selbst gebauten Ketsch

Am Ende waren es exakt 30.123 Seemeilen, die Robin Knox-Johnston – in Seglerkreisen auch unter dem Kürzel RKJ bekannt – in 313 Tagen hinter sich gelassen hatte. Am 22. April 1969 kehrte er nach Falmouth mit seiner „Suhaili“ zurück. Die 32 Fuß-Ketsch aus Teak hatte er sechs Jahre zuvor selbst in den Bombay Docks in Indien gebaut.

Als Teilnehmer des von der britischen „Sunday Times“ ausgelobten Golden Globe Race startete er am 14. Juni 1968 in England. Neun Konkurrenten traten ebenfalls zu der Reise an, Knox-Johnston brachte sie als einziger zu Ende.

Und auch mit seiner Rückkehr rechnete nach langen Wochen der Ungewissheit über seinen Verbleib kaum noch einer. Die „Sunday Times“ hatte gar bereits den Nachruf für RKJ gedruckt, als dieser schließlich doch noch heimkehrte.

Was ihn zu dieser Pioniertat veranlasste? Seinerzeit kursierten Gerüchte, dass Eric Tabarly eine Nonstop-Weltumsegelung plane. Das wollte RKJ nicht auf sich sitzen lassen. Viele Jahre später erklärte er: „Ein Franzose? Das konnte kein Mensch aushalten. Der Erste musste ein Engländer sein!“

Es blieb nicht bei dieser einen herausragenden Leistung. Insgesamt drei Mal umrundete der Brite die Welt per Boot. Das zweite Mal zusammen mit Peter Blake, als sie 1994 beim Kampf um die Jules Verne Trophy an den Start gingen. Gemeinsam stellten sie einen neuen Rekord für die schnellste Weltumrundung mit einem Segelboot auf: 74 Tage und 22 Stunden.

Für diese Heldentat wurden Knox-Johnston und Peter Blake von der Queen zum Ritter geschlagen und durften fortan den Namenszusatz „Sir“ tragen. Im gleichen Jahr erkor der Weltseglerverband ihn zum „Weltsegler des Jahres.“

Sein dritter und bis dato letzter Törn rund um den Globus folgte 2006 im stolzen Alter von 68 Jahren. Er nahm am Velux 5 Oceans Race teil. Ohne Crew und mit nur zwei Stopps.

"Suhaili", zu diesem Zeitpunkt bereits schwer beschädigt, auf den letzten Meilen ins Ziel

Darüber hinaus segelte Sir RKJ noch bei diversen anderen Regatten erfolgreich mit, zum Beispiel beim Admiral’s Cup 1973 und 1975 sowie beim Round Britain Race 1970. Ebenso startete er 1985 bei der Weltmeisterschaft der 60-Fuß-Multihulls.

Heute kann der gebürtige Londoner von sich behaupten: „Alles, was ging, habe ich gemacht!“
Seit 2007 ist RKJ Ehrenmitglied der neu geschaffenen ISAF Sailing Hall of Fame.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums seiner ersten Weltumrundung überführte RKJ die alte „Suhaili“ nach London zu den St. Katharine Docks nahe der Tower Bridge. Auch anderswo feiern Segler den großen Mann des Yachtsports. Sogar eine eigene Internetseite wurde ihm zu Ehren eingerichtet: RKJ-Blog

Die YACHT würdigte Sir Robin Knox-Johnston zuletzt in Ausgabe 21/2006 mit einem großen Porträt.

Pascal Schürmann am 22.04.2009

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