Messe-Bilanz
Interboot mit erfreulichem Ausklang

Die erste deutsche Bootsausstellung der Saison verlief vielversprechend. Am Bodensee stimmten Besucherandrang, Interesse und Rahmenprogramm

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 29.09.2013

YACHT/J. Rieker Interboot 2013: viele Neuheiten, ernsthafte Interessenten

Wie schon in den Vorjahren bewies die Interboot in Friedrichshafen wieder einmal, dass sie für die Wassersportler im Süden unverzichtbar bleibt. Auch wenn unter der Woche der Andrang nachgelassen hatte, zum Auftakt und Ende zeigte die Bodenseemesse Stärke. Mit 89.600 Besuchern lagen die Zahlen ganz nahe am Vorjahr (92.000).

YACHT/J. Rieker Sunbeam-Stand

Geradezu begeistert zeigten sich viele Aussteller von der Resonanz. Gerhard Schöchl von Sunbeam Yachts sagte gegenüber YACHT online: "Wir sind eh Fans der Interboot. Aber diesmal lief es wirklich hervorragend." Die Österreicher waren mit drei Modellen und großem Stand vertreten. Eine Investition, die sich auszahlte. "Wir konnten mehrere Boote verkaufen", schwärmte Schöchl und fühlte sich an alte Zeiten erinnert. "Das Interesse war so groß wie seit fünf Jahren nicht mehr."

Auch Klaus Pitter von Yachtcharter Pitter und Lothar Kress von Bavaria Spain, die am Bavaria-Stand Besuchern die neuen Modelle vorführten, zogen eine positive Bilanz. "Bei uns boomt Kaufcharter", sagte Pitter. Insbesondere die neue 46 Cruiser war gefragt, aber auch die 37 und 41, die ebenfalls Deutschland-Premiere in Friedrichshafen feierten.

Zwar mussten in den Hallen A1 und A3, wo Segelyachten und Jollen ausgestellt wurden, manche Flächen anderweitig vergeben werden – an Ausrüster, Segelmacher, aber auch Whirlpool-Anbieter und Weinhändler. Eine etwas krude Mischung. Auf der Interboot konnten Interessierte aber dennoch viele relevante Neuheiten erstmals live erleben. Beneteau, Jeanneau, Dufour und Hanse etwa kamen jeweils mit mehreren, teils auch großen Modellen.

Darüber hinaus gab es zahlreiche spannende Kleinserienboote zu begutachten. Quorning Boats aus Dänemark zum Beispiel zeigte zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder einen Trimaran, den Bestseller Dragonfly 28. "Das Interesse war fast so groß wie in Düsseldorf", sagten Henrik Bøje und Jens Quorning. Beide wollen nächstes Jahr wieder an den Bodensee kommen.

Und Saphire-Chef Michael Tobler, der im Vorjahr mit seiner Saphire 27 Weltpremiere in Friedrichshafen hatte, war ebenfalls zufrieden: "Es war zwar ruhiger als 2012, aber dadurch angenehmer." Tobler lobte die "erstaunlich gute Qualität der Besucher". Er verließ die Messe mit einem Vertrag und einem Dutzend ernsthafter Neukontakte.

Andere Bereiche liefen zum Teil verhaltener. So machte sich der leichte Besucherschwund, der wohl auch dem über weite Strecken sehr schönen Spätsommerwetter geschuldet war, bei Vercharterern und Ausrüstern bemerkbar. Dort wurden vereinzelt schwächere Umsatzzahlen und geringere Kontakte beklagt. Doch der Grundtenor zum Abschluss der Interboot am frühen Sonntagabend war freundlich bis heiter.

YACHT/J. Rieker Blauwasser-Papst Schenk

Das lag wohl auch am erfolgreichen Rahmenprogramm. So bildete die Bodenseemesse den Rahmen für Bobby Schenks zehntes und letztes Blauwasserseminar. Es war, wie immer, bis auf den letzten Platz ausverkauft – und das bereits Monate zuvor. Mit seinem Auftritt verlässt ein ganz Großer der Segelszene die Bühne. Gleichwohl wird der begeisterte Langfahrt-Experte und Fahrtensegel-Papst weiter aktiv bleiben: auf seiner Internetseite, die zu den meist gelesenen Rubriken von yacht.de zählt , oder mit dem ein oder anderen Buchprojekt, das der weitgereiste Bayer noch im Kopf hat.

Viel Resonanz erhielt auch die Refit-Aktion auf dem Sonderstand in Halle A1. Daniel Rück von Utramarin organisierte die Auffrischung einer 30 Jahre alten Bavaria 960 während der Messe. Das Boot war unter vielen Bewerbern ausgesucht und ausgelost worden und erhielt im Lauf der Interboot unter anderem eine Rumpf-Folierung im Alpen-Look, neue Teak-Beläge im Cockpit, ein Glanzauffrischung an Deck, eine neue Sprayhood und ein neues Bimini.

Die Aktion wurde von mehreren Partnern unterstützt, darunter Speedwave, Nauti Sattler und M. u.H. von der Linden. Als Clemens Meichle von Ultramarin den symbolischen Schlüssel an die Eigner Klaus Liepert und Michael Voigtsberger übergab, konnten die ihr Glück kaum fassen. "Wir hätten nie gedacht, was da rauszuholen ist", sagten sie gegenüber YACHT online. Ob sie beim Alpen-Dekor bleiben oder die Folie kommende Saison vielleicht doch abziehen, wollen sie in Ruhe überlegen. "Wir hätten es eigentlich lieber etwa dezenter gehabt", meinten sie. Immerhin: Unverwechselbar ist ihre Bavaria 960 jetzt.

Ultramarin/G. Herr Bavaria-Refit-Aktion Interboot 2013


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Bavaria Refit AktionBobby Schenk BlauwasserseminarBootsmesseInterboot 2013MesseUltramarin

Anzeige