Solo nonstop

Im Winzling vor Kap Hoorn

Extremtörn auf 22 Fuß: Szymon Kuczynski hat mit seiner Maxus 22 Kap Hoorn erreicht – seit knapp sechs Monaten segelt der Pole allein um die Welt

Kristina Müller am 05.02.2018
Zew Oceanu
Pawel Motawa
Szymon Kuczynski

Pflicht-Foto zur Passage von Kap Hoorn

Die Maxus 22 "Atlantic Puffin" des Extremseglers Szymon Kuczynski steht im Tracker der Reise vor Kap Hoorn ­– bald wird Kuczynski damit auch den dritten großen Wegepunkt seiner Solo-nonstop-Weltumsegelung passiert haben. Das Kap der Guten Hoffnung und Kap Leeuwin hatte der polnische Segler bereits schneller als erwartet passiert, nun liegt nach 24 Wochen auf See wieder der Atlantik vor ihm.

Kuczynskis Boot ist eine 6,36 Meter lange Maxus 22 aus der polnischen Northman-Werft, mit der er von 2014 bis 2016 bereits um die Welt gesegelt ist. Damals allerdings mit Zwischenstopps und Durchquerung des Panamakanals (Interview in YACHT 11/2016). Für seine Reisen hat er das Boot modifizieren lassen, unter anderem ist es an Rumpf und Rigg verstärkt.

Zu seiner neuen Reise ist der 37-Jährige im August 2017 in Plymouth aufgebrochen; diesmal will er nonstop rundum segeln, von West nach Ost, mit dem Wind. Veranschlagt hat er dafür rund neun bis elf Monate. Gut 18.000 Seemeilen hat er mittlerweile im Kielwasser und damit schon weit mehr als die Hälfte der insgesamt rund 26.000 Seemeilen langen Distanz absolviert.

Szymon Kuczynski wäre der erste Segler, der die Welt einhand und nonstop auf einem derart kleinen Boot umrundet. Als Motivation für seine Extremreisen hatte Kuczynski im Interview mit der YACHT gesagt, dass er lediglich eine Auszeit vom Alltag an Land suche und mit seinem auf Hochsee getrimmten Kleinkreuzer grundsätzlich sehr zufrieden sei. Allein sehr hohe Wellen in der Region um das Kap der guten Hoffnung hätten ihm und seinem Schiff schon bei der ersten Weltumsegelung stark zugesetzt.

In kurzen Meldungen von Bord berichtete Kuczynski zuletzt von Problemen mit dem Autopilot, von Angst um seinen Mast in Stürmen vor Kap Hoorn und der Vorfreude auf wärmere Breiten, die er bald wieder erreichen dürfte.

Kristina Müller am 05.02.2018

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