Mini-Transat
"Ich weiß gar nicht, was ich denken soll."

Im 6,50-Meter-Boot einhand nach Brasilien – Andreas Lindlahr hat es geschafft. Die Reportage

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 07.12.2009

Lindlahr

Nur 22 Tage benötigte der Hamburger Fotograf für das Abenteuer seines Lebens. Er schlug sich beachtlich im Regattafeld und besiegte auch manches Mal seinen inneren Schweinehund. In der YACHT berichtet er ausführlich.

Lindlahr nahm in seinem Serien-Mini an der Regatta von La Rochelle über Madeira nach Salvador de Bahia teil. Hier eine Leseprobe seiner Reportage:

"Es ist, wie es ist: 4300 Seemeilen allein auf einer Hightech-Nussschale unter ständiger Belastung für Mensch und Boot sind kein Pappenstiel. Jedes Körperteil, auch der Geist, jeder Tampen, jedes Fall, jede Schraube, jedes Kabel wird auf dieser Regatta gefordert. Das Versagen nur einer einzigen Komponente kann die Aufgabe oder sogar größte Schwierigkeiten zur Folge haben. Ein defek­tes Ruder oder ein Versagen des Autopiloten würde eine Verzögerung um mehrere Tage, wenn nicht sogar das Aus bedeuten. Diese Vorstellung behagt mir gar nicht …

Mit einem lauten Knall birst die Sicherung des Baumniederholers, der zusätzlich in Lee befestigt ist. Mit voller Wucht kommt der Großbaum über, landet im Backstag. Flink schalte ich den Autopilot aus und halse unverzüglich zurück. Der knatternde Spi beruhigt sich, meine kleine Rennziege beschleunigt sofort wieder auf zehn Knoten. Noch immer vor mich hinschimpfend und in Schweiß gebadet, schaffe ich Ordnung. Erst ein weiteres Reff ins Groß, dann eine neue Bändselsicherung für den Kicker. Als der Autopilot wieder seinen Dienst verrichtet, klettere ich zurück unter Deck. Richtig justiert, ist der eiserne Skipper ein kleines Wunder. Je schneller das Boot, desto besser hält er es auf Kurs …"


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Themen: Lindlahr

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