Refit-Blog, Woche 131

"Ich taufe Dich auf den Namen ... 'Willy'!"

Seit Donnerstag schwimmt unsere Dehlya, und seit gestern Abend hat sie auch wieder einen Namen. YACHT-Leser Martin Trockels hatte ihn vorgeschlagen

Jochen Rieker am 25.05.2019
Taufe der YACHT Refit-Dehlya
Delius Klasing/Y. Henrichs

Taufe der YACHT-Refit-Dehlya

Alles wird gut! Wie oft haben wir uns diesen Satz in den vergangenen drei Jahren vorgesagt, wenn mal wieder was nicht so geklappt hat wie gedacht. Oder länger, mitunter auch viiiel länger dauerte als geplant. Gestern aber ward dann tatsächlich alles gut – sogar das Wetter über Schleswig-Holstein.

Zum Auftakt des Hamburg Ancora Yachtfestivals, das noch bis morgen dauert, schwamm die Dehlya in neuer Schönheit ganz vorn an Steg V, übers Seldén-Topp beflaggt, mit einem Taufstrauß am Bug.

Taufe der YACHT Refit-Dehlya

Schwimmt, glänzt, begeistert: die neue alte "Willy"

Die Reaktionen waren nicht weniger als überwältigend, auch die von unseren Partnern und anderen Branchenexperten. Mehrere Besucher fragten nach Prospekten und dem Preis, weil sie unsere bald 40-jährige Dame für ein neues Modell hielten. Selbst zwei ehemalige Dehler-25-Eigner aus dem nahen Grömitz, die das Refit-Projekt von Beginn an gespannt verfolgten, fanden den Gedanken naheliegend, "jetzt doch in Serie zu gehen".

Das wird nach all den Anstrengungen freilich wohl niemand wagen. Wir haben zwar die Stundenzettel noch nicht zusammengerechnet, und Rechnungen gibt es nicht, weil die Partner für die gute Sache gearbeitet haben, nicht für den Profit. Aber um die 2500 Mannstunden werden locker in die Restaurierung geflossen sein. Wie viel genau, dokumentieren wir in einer der kommenden Ausgaben der YACHT noch. Einstweilen sind wir einfach nur froh, dass alles geklappt hat.  

Auch die Taufe. Die schien vor gut einer Woche noch eher unwahrscheinlich, und selbst Mittwoch und Donnerstag kämpften Sven Walter von M. u. H. von der Linden, Hauke Schmidt und Nils Günter mit hochgekrempelten Ärmeln im eilig leergeräumten Schiff gegen die ein oder andere Leckage. Wäre ja sonst auch langweilig geworden...;-). Am Abend vor der Stunde null verwandelte sich die Baustelle wundersamerweise dann jedoch wieder in ein schniekes Bötchen. Puhh!!!

Die Sache mit dem Namen artete übrigens auch zu einem Manöver des letzten Augenblicks aus. Mehrere Redaktionskonferenzen und Abstimmungen auf den Hamburger Fluren hatten in den vergangenen Wochen keinen klaren Favoriten ergeben. Irgendwie schien die Verantwortung  jeden Tag schwerer zu wiegen.

Es mangelte ja auch nicht an Vorschlägen. Mehr als 170 Einsendungen von Lesern waren bei uns eingegangen, nebst einem Dutzend Namen aus den eigenen Reihen – darunter so Traditionelles wie "Tintenfisch" (so hießen bisher alle YACHT-eigenen Boote) oder "Dehlycious" (Favorit von Meister Sven) oder "Super Acht" (weil die Dehlya zuvor "Super Seven" hieß ).

Am Ende wurde es Whiskey – India – Lima – Lima – Yankee, kurz "Willy", der Vorschlag von Martin Trockels. Der ist schön kurz, knackig und eine Reverenz an den geistigen Vater der Dehlya, Willi Dehler. Der schrieb sich zwar mit Doppel-India, aber weil die Dehlya von Beginn an eine gemeinsame Entwicklung von Dehler und der YACHT war, fanden wir das Yankee ganz passend. Martin Trockels übrigens auch. 

Noch am Mittwoch gestaltete unser Art Director Nils Campe den Schriftzug, der Teil des Zierstreifens werden sollte. Oliver Linke von Boat Sign, der ihn im fernen Hagen ausdrucken sollte, stand sprichwörtlich schon an seinem Plotter, als wir endlich die Datei übermittelten. Einen Tag später stand er höchstselbst in Neustadt am Boot und brachte den Aufkleber an – just in time, wieder einmal.

Bis gestern Abend kurz nach 18 Uhr blieben die beiden Sticker rechts und links vom Heck freilich unter 3M-Gewebeband versteckt. Denn erst dann wurde die (sic!) "Willy" in allen Ehren und streng nach Protokoll getauft. Kollege Manfred Welkamer von unserem Schwestermagazin BOOTE, das ein ähnliches Refit-Projekt angeschoben hat, wachte über den korrekten Ablauf und brachte weitsichtig eine Druckluft-Tröte mit, um den feierlichen Moment im Hafen allseits kundzutun. Danke, Manni!!!

Dann sprach Frida, unsere Taufpatin, die magischen Worte, gefolgt von einem ordentlichen Schuss Original-Dehler-Taufsekt aus den neunziger Jahren. Den hatten uns die Jungs von Bodensee Yachting im schweizerischen Thal aus uralten Lagerbeständen geschickt. Der Schaumwein schäumte zwar nicht mehr wirklich, und probiert haben wir ihn wohlweislich nicht. Aber er ist ein schönes Beispiel dafür, wie ein ehrgeiziges Projekt die ganze Segelszene mobilisieren kann. Danke auch dafür!

War’s das jetzt an dieser Stelle? Noch nicht ganz. Denn wir müssen unsere "Willy" ja noch einsegeln. Ein letzter kleiner Werftaufenthalt steht auch noch auf dem Programm. Und ein YACHT-Test. Außerdem etliche Videos der letzten Refit-Stationen. Und danach viele Fahrten, über die wir auch berichten werden. Bleiben Sie also dran!

Hier geht's zum Facebook Live-Video. In Kürze mehr auf YACHT tv!

Jochen Rieker am 25.05.2019

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