Seenot skurril
Huckepack vom Watt geschleppt

Als eine Segelyacht im Hörnumer Watt zu sinken drohte, griff der Muschelkutter "Wyk 8" ein und hievte die Yacht per Kran aus dem Wasser

  • Bendix Hügelmann
 • Publiziert am 19.09.2013

Sylter Rundschau Dem Einsatz des Muschelkutters sei Dank: die leckgeschlagene Yacht am Haken

Vor Sylt hat sich am gestrigen Mittwoch eine ungewöhnliche Rettungsaktion zugetragen. Gegen Mittag war eine Yacht vom Typ LM 28 im Watt vor Hörnum bei ablaufendem Wasser aufgelaufen und trockengefallen. Dies ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Als der Skipper bei auflaufendem Wasser jedoch eine Leckage im Kielbereich bemerkte, wurde die Situation brenzlig. Erste Versuche, das Leck mit Bordmitteln zu beheben, schlugen fehl, die Seenotretter der DGzRS wurden alarmiert.

Sylter Rundschau Zum Trocknen aufgehängt. Das Wasser stand bis zum Niedergang

Michael Heinzius, Vormann des DGzRS-Rettungsbootes "Horst Heiner Kneten", beschreibt die Situation: "Weil das Wasser für unser Boot zu flach war, haben wir einen Mann rausgeschickt, der im Überlebensanzug durchs hüfttiefe, steigende Wasser zum Havaristen gewatet ist, um eine Leinenverbindung mit der Yacht herzustellen." Unterdessen lief immer mehr Wasser ins Innere der LM, die Yacht drohte im Watt zu versinken.

Inzwischen war auch die Besatzung des Muschelkutters "Wyk 8" auf die über Funk koordinierte Rettungsaktion aufmerksam geworden. Mit nur 80 Zentimetern Tiefgang war er in der Lage, unmittelbaren Kontakt zum Havaristen herzustellen und längsseits zu gehen. Muschelfischer Adrian Leuschel: "Wir haben dann unseren Kranausleger genutzt, um die Yacht mit Tauen über die Wasserlinie zu hieven. Das Boot wäre sonst garantiert abgesoffen."

Die Yacht konnte so in eine stabile Schwimmlage gebracht und mit Pumpen gelenzt werden. Anschließend hob die "Wyk 8" die LM komplett aus dem Wasser und brachte die Yacht zurück in die Hafen von Hörnum. An Land offenbarte sich das Ausmaß des Kielschadens: Der Kiel war fast komplett vom Rumpf getrennt, nur wenige Bolzen hielten ihn in Position.

Sylter Rundschau Im Hafen von Hörnum wird die havarierte Yacht untersucht


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