Bootsbau

Hochzeit in Schweden: Najad übernimmt Arcona Yachts

Wie Najad-Chef Jörgen Ottosson gegenüber YACHT online mitteilt, soll Arcona als eigenständige Marke erhalten bleiben – inklusive Standort in Gustavsberg

Jochen Rieker am 02.03.2018
TEST Arcona380, Schweden,Schären, Performance-Cruiser-33

Gehört künftig zu Najad, bleibt aber ihren Wurzeln treu: Arcona Yachts – hier die Arcona 410

Nur wenige Stunden vor Eröffnung der Stockholm International Boat Show "Allt for Sjön" hat Najad gestern Abend die Branche überrascht. Die im westschwedischen Henån beheimatete Werft übernimmt die östlich von Stockholm firmierende Arcona Yachts. Hier die Bekanntgabe im Original-Wortlaut in Englisch.

Durch den Kauf finden zwei kleine, aber feine Bootsbaubetriebe zusammen, deren Modellprogramm sich gut ergänzt. Najad steht für luxuriöse Fahrtenyachten, Arcona für hochwertige Performance-Cruiser – und beide für schwedische Qualität. 

Im Interview mit YACHT online sagte Jörgen Ottosson, Geschäftsführer von Najad: "Wir erweitern mit der Übernahme unser Portfolio, das jetzt unvergleichlich ist. Wir bieten mit Arcona Boote, die Hochseeregatten gewinnen können, und mit Najad Schiffe für sichere und komfortable Ozeanpassagen."

Ziel der Akquisition sei nicht, die Marken zusammenzuführen, betonte Ottosson. Vielmehr blieben beide eigenständig.

Arcona 410

Feiner Bootsbau, sportliche Prägung – daran wird sich nichts ändern

So soll Arcona-Chef Torgny Jansson weiterhin die Geschicke der Werft in Gustavsberg bestimmen, die seine Eltern bereits in den sechziger Jahren gegründet hatten (damals hieß sie noch "Boo Marin"). Auch der Arcona-Standort in den Schären östlich von Stockholm bleibt erhalten. Selbst das Händlernetz soll bis auf Weiteres Bestand haben.

Die Verbindung der beiden Werften kam gewissermaßen auf beiderseitigen Wunsch zustande. "Ich kann gar nicht sagen, von wem die Initiative ausging", erinnert sich Jörgen Ottosson. "Wir bei Najad dachten über eine Expansion nach, und Torgny Jansson wollte mit Arcona Teil eines größeren Ganzen werden. So hat sich das ideal ergänzt."

Tatsächlich ging es bei Jansson mittel- bis langfristig wohl auch um eine Nachfolgeregelung. Der 62-Jährige hat zwar eine Tochter; sie soll nach YACHT-Informationen aber kein Interesse an einer Übernahme des Familienbetriebs gezeigt haben. Von daher bot sich die jetzige Lösung an.

Zusammen mit Najad soll Arcona Yachts künftig deutlich zulegen. Das zumindest ist der Plan. "Die Marke ist extrem angesehen und erfolgreich, insbesondere im deutschsprachigen Raum, in England und Skandinavien. Sie hat ihr volles Potenzial aber noch nicht ausgeschöpft", sagt Jörgen Ottosson. Das will er nun im Verbund schaffen.

Nach einer verhaltenen Umsatzentwicklung in den vergangenen Jahren hofft er auf eine spürbare Verbesserung. Die Signale vom Markt dafür seien sehr ermutigend. "Wir sehen bereits eine stark gestiegene Nachfrage sowohl bei Najad als auch bei Arcona."

Für Najad-Investor Håkan Eksandh, dessen Beteiligungsgesellschaft Hexiron die Mehrheit hält, ist es der zweite Versuch, im Performance-Segment Fuß zu fassen. Der 50-Jährige hatte zuvor schon Swedestar übernommen. Die Fusion mit Najad verlief letztlich aber im Sande. Wohl auch deshalb soll Arcona im Verbund künftig eigenständig bleiben.    

Jochen Rieker am 02.03.2018

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