Havarie
Hamburger Segelyacht in Seenot

Motorschaden und vom Sturm zerrissene Segel: Deutsches Ehepaar gibt sein Schiff auf dem Atlantik auf und wird von einem Frachter abgeborgen

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 02.09.2013

Privat Die "Nada Brahma"

Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, ist bereits am vergangenen Freitag ein deutsches Ehepaar im mittleren Atlantik rund 650 Seemeilen südwestlich von Dakar (Senegal) in Seenot geraten. Das Paar war mit seiner Yacht "Nada Brahma" in einen schweren Sturm geraten, infolgedessen die Maschine ausfiel. Da auch Segel und Großbaum schwer in Mitleidenschaft gezogen worden waren, trieb die Yacht mit Heimathafen Hamburg nach Angaben des Skippers manövrierunfähig auf See. Die Crew entschloss sich daher, via Satellitentelefon Hilfe zu rufen.

Die anschließende Rettungsaktion ist von der Seenotleitung Bremen koordiniert worden. Die schickte einen Tanker zur Segelyacht, der die Crew abbarg. Beide Segler sind wohlauf. Die letzte bekannte Position des führerlos treibenden Bootes gaben die Bremer Seenotretter an die Seenotleitung in Dakar weiter. Inzwischen ist das Seglerpaar an Bord des Tankers unterwegs zur spanischen Hafenstadt Castellón, wo es voraussichtlich am Wochenende eintrifft.

Die "Nada Brahma", die nach Eignerangaben rund 180.000 Euro wert ist, ist eine 16 Meter lange und 30 Tonnen schwere traditionelle Kutter-Ketsch aus Holz. Gezeichnet hat sie Kurt A. H. Oehlmann, gebaut wurde sie 1973 von der Werft Hattecke & Sohn an der Niederelbe.

Privat Die "Nada Brahma"

Eigner ist Dr. Thomas Frank, ehemaliger Chefarzt der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Medizinischen Zentrums des Kreises Aachen. 2003/2004 stand zunächst eine umfassende Restaurierung des Bootes in der Yat Lift Werft nahe Bodrum an, dann segelte es mit wechselnden Crews von 2005 bis 2009 um die Welt. Danach folgten Törns im Mittelmeer sowie erneut Ozeanpassagen.

Warum nun der Großbaum und die Segel dem Wind nicht standhielten, ist unklar. Aus einer vom Skipper angefertigten  Bootsdokumentation ergibt sich sogar, dass das gesamte Rigg einschließlich der Püttinge sowie beider Masten 2004, der Großbaum, das Großsegel und die Rollgenua 2007 erneuert worden sind. Auch über die Ursache für den Maschinenausfall ist bislang nichts weiter bekannt.


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