Messen

Hamburg Boat Show behauptet sich wacker

Die zweite Bootsmesse in der Post-Hanseboot-Ära hat am Sonntag mit respektablen Zahlen und guter Stimmung geschlossen. Aber reicht das, um sie zu etablieren?

Jochen Rieker am 28.10.2019
Reges Interesse, reichlich Umsatz: Hamburg Boat Show 2019
HBS

Reges Interesse, reichlich Umsatz: Hamburg Boat Show 2019

Nach einem Stotterstart mit nur mäßigem Interesse Mitte vergangener Woche hat die Hamburg Boat Show zum Ende hin mächtig Boden gutgemacht. Mit rund 27.500 Besuchern schloss sie leicht über dem Vorjahresergebnis (2018: 26.800). Entscheidender für den Erfolg war jedoch die Kaufbereitschaft, die weit überwiegend die Erwartungen übertraf.

Sowohl Ausrüster, Servicebetriebe wie Bootshändler und Werften zeigten sich am Sonntagabend zufrieden, wenn nicht sogar euphorisch über das Ordervolumen. Wer einen Stand in den Hallen B5, B6 und B7 hatte, machte zumeist Umsätze über dem Vorjahresniveau.

So erlebte etwa Peter Frisch, der mit Marken wie Musto und Harken vertreten war, am Sonnabend "einen der besten Messetage, die wir seit vielen Jahren in Hamburg verzeichnen konnten". Auch Hanse-Händler Karsten Baas und J-Boats-Händler Henning Mittelmann äußerten sich hochzufrieden über den Messeverlauf. "Wir haben mehrere Boote verkauft", sagte Mittelmann. "Die Messe liegt vom Termin her ideal – unsere Kunden haben im Frühjahr ihre Schiffe noch rechtzeitig zur Saison." Deshalb werde er auch in Zukunft jederzeit wieder nach Hamburg kommen.

Ungeachtet des positiven Meinungsklimas ist die Weiterführung der Hamburg Boat Show jedoch noch nicht gesichert. Denn die vom Deutschen Boots- und Schiffbauerverband veranstaltete Messe, die auf die 2017 eingestellte Hanseboot folgte, steht noch unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Darüber muss am 30. November die Mitgliederversammlung des DBSV entscheiden.

Reges Interesse, reichlich Umsatz: Hamburg Boat Show 2019

Fand viel Anklang bei ihrer Deutschland-Premiere: Dehler 30 od

Der Verband unter Vorsitz von Torsten Conradi, geschäftsführender Gesellschafter des Konstruktionsbüros Judel/Vrolijk, hatte angekündigt, drei Jahre lang anfallende Verluste aus der eigenen Kasse auszugleichen. Dies steht jedoch unter dem Vorbehalt eines Mitgliederentscheids. Wie der ausfallen wird, lässt sich derzeit noch nicht absehen.

Immerhin: Die positive Bilanz der meisten Aussteller könnte entscheidend sein bei der Weichenstellung für eine  dritte Veranstaltung. Für die Wassersportbranche im Norden wäre es ein wichtiges Signal, denn die Hamburg Boat Show ist ein wesentlicher Umsatzbringer für zahlreiche Betriebe im Norden. Nur schade, dass die Unterstützung der Elbmetropole fehlt – ebenso wie die von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam könnten die vier Länder hier mit kleinem Budget Wirtschaftsförderung in einem für die Nord- und Ostseereviere immens wichtigen Bereich betreiben.               

Jochen Rieker am 28.10.2019

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online