Piraterie

Haftstrafen für Geiselnehmer

In Paris sind erneut somalische Piraten verurteilt worden. Wenige Tage zuvor war ein Seglerpaar aus langer Gefangenschaft freigekommen

Pascal Schürmann am 26.06.2012
Le Ponant

Militär eskortiert die befreite Yacht "Le Ponant" nach Dschibouti

Zu Gefängnisstrafen zwischen vier und zehn Jahren sind in Paris jetzt vier Somalier verurteilt worden, die 2008 die französische Segelyacht "Le Ponant" entführt hatten. Zwei weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

Die sechs Männer im Alter von 25 bis 50 Jahren mussten sich vor Gericht dafür verantworten, vor vier Jahren 30 Crewmitglieder der Luxusyacht als Geiseln genommen und ein Lösegeld in Höhe von über zwei Millionen Euro erpresst zu haben. Wie berichtet, war Die "Le Ponant" seinerzeit von den Seychellen kommend im Golf von Aden überfallen worden. Das Schiff hatte den Jemen ansteuern wollen, um dort Passagiere aufzunehmen. Nachdem das Lösegeld gezahlt wurde, kam die Crew frei, später konnten die Entführer gefasst werden.

Das jetzige Urteil gegen somalische Piraten ist das zweite seiner Art. Bereits im vergangenen November waren fünf Somalier zu Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt worden. Sie waren zuvor für schuldig befunden worden, die "Carré d'As", ebenfalls eine Superyacht, entführt zu haben.

Während in Paris die Urteile gesprochen wurden, ging in Somalia eine weitere Geiselhaft zu Ende: Die Südafrikanerin Deborah Calitz und der Italiener Bruno Pelizzari sind nach 20-monatiger Gefangenschaft freigekommen. Die beiden, auf der Segelyacht "Chozil" unterwegs, waren im Oktober 2010 auf dem Weg nach Südafrika vor der Küste Tansanias entführt worden.

Geiseln frei

Die "Huffington Post" berichtet über die Freilassung der beiden Segler, die seit Oktober 2010 in den Händen somalischer Piraten waren

Sie seien überglücklich, wieder in Freiheit zu sein und nun ihre Familie wiedersehen zu können, sagten die beiden verschiedenen Medien zufolge während einer Pressekonferenz in Mogadischu. Ob und wie viel Lösegeld an die Entführer gezahlt worden ist, darüber schwiegen sich die beiden wie auch die bei der Pressekonferenz anwesenden Regierungsvertreter aus. Ursprünglich hatten die Geiselnehmer 10 Millionen US-Dollar gefordert.

Laut Angaben der EU-Antipiraterieeinheit halten somalische Piraten derzeit sieben Schiffe und 213 Geiseln in ihrer Gewalt. Im vergangenen Jahr seien 25 Schiffe entführt worden, im Jahr davor seien es noch 47 gewesen. In diesem Jahr seien bislang erst fünf Schiffe in die Hand von Piraten gefallen. Dies sei nicht zuletzt ein Ergebnis des erweiterten Aktionsradius der Einsatzkräfte vor Ort. Außer auf See würden die EU-Einheiten nun auch an der Küste gegen Verdächtige vorgehen.

Pascal Schürmann am 26.06.2012

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