Navigation

Hacker-Gefahr: Krieg nach Sternen

Seit zehn Jahren steht Astronavigation nicht mehr auf dem Lehrplan der Navy. Nun kehrt der Sextant zurück, denn er kann nicht gehackt werden

Karolina Meyer-Schilf am 14.10.2015
Scheepvaartmuseum Amsterdam 2013 BSc_IMG_5520

Raus aus dem Museum: Die US-Navy lehrt wieder den Umgang mit dem Sextanten

Mit der Entwickung des GPS schien der Sextant zunehmend nutzlos geworden: Die Positionsbestimmung mit ihm ist aufwendig, fehleranfällig und vergleichsweise ungenau. Daher nahm die US-Navy die Astronavigation vor Jahren vom Lehrplan. Auch die amerikanische Coast Guard lehrt die Navigation mithilfe der Sterne seit zehn Jahren nicht mehr. Lediglich die Handelsmarine bildet ihren Nachwuchs immer noch in astronomischer Navigation aus – und steht jetzt der US-Navy bei der Entwicklung eines neuen Lehrplans zur Seite, wie die "Capital Gazette" aus Annapolis, Maryland berichtet. Die Stadt ist Sitz der United States Naval Academy, wo die Marineanwärter ihre theoretische Ausbildung erhalten.

Hintergrund der Wiedereinführung ist die Zunahme krimineller und terroristischer Bedrohungen auf Computernetzwerke. Der sichere Umgang mit dem Sextanten dient somit als "Backup", wenn etwa Satelliten abgeschaltet werden müssen oder ein Cyber-Angriff auf die GPS-Systeme erfolgt ist. 

In der Deutschen Marine wird der Umgang mit dem Sextanten zwar noch gelehrt, nach Angaben des Sprechers der Marineschule Mürwik, Fregattenkapitän Tim Gabrys, erfolgt die Ausbildung am Sextanten jedoch "nur rudimentär". Zudem laufen die entsprechenden Astronavigationskurse an der Marineschule Mürwik demnächst aus. 

Karolina Meyer-Schilf am 14.10.2015

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online