Interboot 2011
Gute Stimmung, aber weniger Besucher

Die Interboot in Friedrichshafen schließt mit einem Rückgang der Besucherzahlen. Dennoch zieht die Messeleitung eine positive Bilanz

  • Michael Good
 • Publiziert am 26.09.2011

Messe Friedrichshafen Interboot 2011. Viel Gedränge auf den Yachten gab es insbesondere am ersten Wochenende

Insgesamt 92.700 Wassersportbegeisterte kamen an den neun Messetagen nach Friedrichshafen zur 50. Ausgabe der Interboot. Das sind rund 2.700 Besucher (2,8 Prozent) weniger als noch im letzten Jahr. Mit 35.000 erfassten Gästen (38 Prozent der Gesamtbesucherzahl) war aber insbesondere das erste Wochenende für die Messe besonders erfolgreich. Die Gänge waren voll und die Stände gut besucht. In der Folge dürfte dann aber das schöne und ungewöhnlich warme Spätsommerwetter für einen spürbaren Rückgang der Zahlen verantwortlich gewesen sein. Am zurückliegenden Wochenende zogen es wohl viele Segler und Nautic-Fans vor, lieber nochmals einige Stunden auf dem Wasser zuzubringen.

Positiv beurteilten die Aussteller, die Berufsverbände und auch die Messeleitung die Qualität der Besucher sowie auch die Atmosphäre in den Hallen. Zahlreiche Werftvertreter berichteten von vielen, auffällig gut vorbereiteten und informierten Interessenten mit klar definierten Vorstellungen. "Die Mehrheit der Aussteller erwartet ein deutlich verbessertes Nachmessegeschäft gegenüber dem Vorjahr", kommentiert Messe-Geschäftsführer Klaus Wellmann die Umfragen zum Messeabschluss.

Einen leichten Rückgang musste die Messe Friedrichshafen auch bei der Anzahl der Stände hinnehmen. 2011 zeigten 511 Aussteller ihre Produkte und Neuheiten, 2010 waren es noch 518. Prominente Abwesende bei den Segelbooten waren unter anderen die Dänen von  X-Yachts sowie Hallberg-Rassy aus Schweden, beide ansonsten am Bodensee stark vertreten.

Am traditionellen Branchengespräch anlässlich der Messe äußerten sich auch die Vertreter der Berufs- und Branchenverbände zuversichtlich, was die Entwicklung innerhalb der deutschen Wassersportindustrie angeht. Patric Polch, Vizepräsident beim Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW), erwartet für das Jahr 2011 eine deutliche Zunahme bei der Produktion von Segel- und Motoryachten um rund 20 Prozent. Gemäß BVWW-Umfragen geben 56,9 Prozent der Hersteller in Deutschland an, die Geschäftslage hätte sich gegenüber dem Vorjahr verbessert. Lediglich 19,2 Prozent der Befragten sprechen von Einbußen im Geschäftsgang. 2010 waren dies noch 38,3 Prozent.

Auf internationaler Ebene entwickelt sich die Branche weiter uneinheitlich, analysiert der BVWW die Lage mit Blick über die Grenzen hinaus. Während in Nordeuropa die Nachfrage nach Booten und Yachten insgesamt zunehme, stelle sich die Situation in Südeuropa sehr unterschiedlich dar. Eine baldige, durchgreifende Erholung kann der Branchenverband nicht erkennen. Die uneinheitliche Entwicklung auf den internationalen Märkten spiegelt sich auch in der Exportentwicklung wider. Im Ausland konnten die deutschen Hersteller im ersten Halbjahr 2011 deutlich zulegen, im Segelboot-Bereich wertmäßig um 14,6 Prozent.

Trotz insgesamt guter Aussichten gibt sich der Bundesverband Wassersportwirtschaft auch zurückhaltend. "Die Erfolge der Jahre 2010 und 2011 dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche im Bootsbereich noch weit vom Verkaufsniveau der Jahre 2006/2007 entfernt ist", schreibt der Verband in einer Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung. Nach Berechnungen des BVWW liegt die Gesamtproduktion in Deutschland derzeit bei etwa 60 Prozent des Niveaus aus den Vorkrisenzeiten.


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Themen: BodenseeBrancheBranchengesprächBundesverband WassersportwirtschaftFriedrichshafenInterbootKlaus WellmannMessePatric Polch

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