Hanseboot 2017

Gute Bilanz, mit Wehmut gewürzt

Die Hanseboot ist Geschichte. Zur letzten Messe in Hamburg kamen 76.000 Besucher, wesentlich mehr als im Vorjahr. Aussteller zeigen sich zufrieden und traurig

YACHT-Redaktion am 06.11.2017
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HMC/M. Zapf

Gestern schloss die 58. Hanseboot ihre Tore  – zum letzten Mal, die Messe wird ab 2018 nicht mehr stattfinden. "Auch mir fällt die Entscheidung, die Hanseboot einzustellen, nicht leicht. Sie ist nach sorgfältiger Prüfung unter unternehmerischen Gesichtspunkten getroffen worden", sagt Bernd Aufderheide, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH, in der Abschluss-Pressemitteilung zur Hanseboot.

Zum ersten Mal seit zwölf Jahren wiesen die Besucherzahlen dabei den positiven Trend auf, den man sich in den Jahren zuvor gewünscht hatte: Rund 76.000 Besucher kamen in den neun Tagen in die Messehallen, über 8000  mehr als im Vorjahr.

"Das ist eine hervorragende Resonanz – und die haben wir an unserem Stand auch deutlich gemerkt", resümiert Jochen Eschenburg, Geschäftsführer von Scansail Yachtcharter. "Es lief für uns sehr gut, wir sind wirklich zufrieden. Die Leute waren guter Stimmung, und sie waren auch ausgesprochen buchungsfreudig. Natürlich war 'Die letzte Hanseboot' das beherrschende Thema dieser Tage. Da war schon allgemein eine gewisse Traurigkeit zu spüren, nach dem Motto: Hamburg ohne Bootsmesse, das kann doch nicht sein. Ich glaube, dass der geringe Eintrittspreis von 3 Euro seinen Teil zum Andrang beigetragen hat. Das war sehr besucherfreundlich. Und es hat offensichtlich funktioniert. Vielleicht hätte ein geringerer Eintritt schon früher dem Besucherschwund entgegenwirken können, der am Ende maßgeblich für das Aus der Messe war." 

Ob der geringe Eintrittspreis oder einfach ein Dabeisein-Wollen auf der letzten Hanseboot, die erstmals 1961 stattfand – volle Gänge, volle Stände und gut besuchte Bühnenvorträge prägten das Bild der Messe zumindest an den beiden Wochenenden und dem Feiertag am Dienstag.

Positiv blickt auch Henning Mittelmann, Geschäftsführer der Mittelmann’s Werft in Kappeln, zurück: "Die diesjährige Hanseboot ist für uns sehr gut verlaufen – wir konnten mehrere Bootsverkäufe tätigen und auch zahlreiche Aufträge für unsere Servicewerft in Kappeln mit den Kunden besprechen. Das Umfeld auf der Hanseboot in Hamburg war hierzu immer sehr gut, da diese Aufträge zu Beginn der Winterlagersaison hier gemeinsam mit den Eignern und den Lieferanten abgestimmt werden konnten."

Margit Bursinski, Geschäftsleitung Pantaenius Yachtversicherungen, zieht ebenfalls ein positives Fazit, wenn auch mit traurigem Beigeschmack: "Wir freuen uns über eine erfolgreiche Messe. Zum letzten Sonntag auf der Hanseboot stand natürlich auch bei uns das Nebelhorn für ein letztes ‘Farewell‘ parat. Gerade weil wir auch in diesem Jahr neben bekannten auch viele neue Gesichter an unserem Messestand begrüßen durften, fiel der große Abschied zuletzt nicht ganz leicht. Unser durchweg positives Resümee dieser Messe macht uns jedoch umso zuversichtlicher, dass die Pantaenius-Crew gemeinsam mit den Branchenkollegen auch im nächsten Jahr wieder auf dem Messegelände stehen wird."

Über mögliche Nachfolgeveranstaltungen für die traditionsreiche Bootsmesse wird seit Bekanntgabe ihres Aus diskutiert, so soll etwa die kommende Hanseboot Ancora Boat Show im Mai 2018 größer als bislang ausfallen.

YACHT-Redaktion am 06.11.2017

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