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Großer Andrang beim Hochseeseglerabend

Der jährlichen Versammlung im Rathaus von Bremen wohnten im Jubiläumsjahr mehr Mitglieder bei denn je

Johannes Erdmann am 09.11.2009

Mehr als 500 Hochseesegler aus der gesamten Bundesrepublik mit Gästen aus dem In- und Ausland, aus Politik, Wirtschaft, Sport und Verwaltung, trafen sich am Sonnabend, den 7. November 2009 zur Jubiläumsfeier.

Zu den früheren Veranstaltungen waren bislang jeweils rund 300 Gäste erschienen. Weil wegen des großen Andrangs nicht alle 500 Gäste in einem Raum untergebracht werden konnten, wurde die Laudatio und Preisvergabe erstmals aus dem Festsaal auch in die weiten Flure und den Kaminsaal des Rathauses übertragen.

Der Vorsitzende des Preisausschusses Carol Smolawa eröffnete die Zeremonie und gab die Preisträger bekannt, die ihre Urkunden durch den Senator für Inneres und Sport Ulrich Mäurer, den Vorsitzenden der Segelkameradschaft Das Wappen von Bremen Dr. Jochen Orgelmann und den Vorsitzenden der RVS Regattavereinigung Seesegeln Uwe Wenzel verliehen bekamen.

Der silberne Globus wurde an Thomas und Tatjana mit ihrer Yacht "Breakpoint" verliehen. Die ausgezeichnete Etappe startete in Yap, einer Insel in Mikronesien. Dort ging am 20. Februar Anker auf Richtung Hong Kong. An Stelle der üblicherweise gewählten Route über die Philippinen entschieden sich Thomas und Tatjana Witt für die Seestrecke über den NW-Pazifik um die Nordspitze von Luzon in das Südchinesische Meer. Auf der 1.700 Seemeilen langen Strecke von Yap nach Hongkong wurde nach dem Nordostmonsun ein schwerer Sturm abgewettert, in dem sogar einige Fischerboote und ein Containerschiff sanken. Mit Sturmsegeln lief die "Breakpoint" vor dem Sturm ab und hielt sich gut von Cape Engano frei, um bei den dortigen starken Gezeitenströmen nicht auf Legerwall zu geraten. Nach zwei Sturmtagen kam besseres Wetter, dann aber musste bei schlechter Sicht im Südchinesischen Meer sorgfältig den vielen Fischerbooten ausgewichen werden. Thomas und Tatjana Witt erreichten nach zwölf Seetagen am 1. März Hongkong.

Der Preisausschuss lobte besonders drei Reisen, die in diesem Jahr der Ausbildung von Jugendlichen dienten. Die Schiffer Sven Nehlsen, J. P. Berendsen und Otto Knechtel planten mit der "Wappen von Bremen" eine Reise in drei Etappen, die segelbegeisterten Jugendlichen angeboten wurde. Den Jugendlichen wurde Seemannschaft nicht nur in Praxis und durch Bordroutine vermittelt, sondern auch in Theorie vertieft mit der "Wappen" als schwimmendem Klassenzimmer. Die drei Etappen, durch navigatorisch anspruchsvolle Gebiete, gingen von Belfast über Tromsø zum Nordkap, dann wieder südwärts zu den Lofoten und durch die norwegischen Fjorde über Stavanger zurück nach Bremerhaven.

Die erste Etappe der Ausbildungsreise wurde mit dem Tanja-Pokal ausgezeichnet. Die "Wappen" segelte vom 27. Juni bis zum 11. Juli 2009 1.534 Seemeilen von Belfast über Lerwick, Kristiansund, Svolvær nach Tromsø.

Auch der Franz-Perlia-Seefahrtspreis der Jugend konnte an das diesjährige Ausbildungsunternehmen vergeben werden. Mit Schiffer J. P. Berendsen segelte die "Wappen" vom 11. Juli bis zum 25. Juli 2009 die 1.261 Seemeilen lange zweite Etappe von Tromsø nach Stavanger.

Der Rolf-Schmidt-Gedächtnispreis wurde vom Stifterrat für 2009 ausgegeben für das punktbeste Schiff nach ORC in den Regatten „Rund Helgoland", „Helgoländer Acht", „Edinburgh-Regatta", „Welcome Race" der Kieler Woche sowie dem „Blue Ribbon Cup". Der Stifterrat wusste bei seiner Entscheidung im Herbst 2008 nicht, dass der „Blue Ribbon Cup" mangels Sponsoren im Jahre 2009 nicht stattfinden würde. Insoweit blieben zur Wertung nur die vier übrigen Regatten. Keines der beteiligten Schiffe hat alle vier Regatten gesegelt, sodass letztendlich nur diejenigen Schiffe in die Wertung kamen, die mindestens drei Regatten gesegelt haben.

„Leu GER 6009" mit Steuermann Klaus Löwe ist glücklicher Gewinner des Rolf-Schmidt-Gedächtnispreises 2009, während „Nautilus GER 201", Dr. Michael Kohlhoff, etwas unglücklich Zweite wurde, da er, was die reine Platzierung in den gesegelten Regatten anbelangt, die besten Plätze erreichte.

Erstmalig konnten auch die Lang- und Mittelstreckenpreise der RVS, Regattavereinigung Seesegeln, in diesem festlichen Rahmen des Hochseeseglerabends vergeben werden.

Erfreulich ist auch die Tatsache, dass der Gesamtsieger „Varuna Xpress" an allen hochrangigen Regattaserien in Nord- und Ostsee erfolgreich teilgenommen hat und auch international startete. Wie beim diesjährigen Fastnet Race, bei dem auch die „Bank von Bremen" vertreten war.

Nach der Laudatio folgte ein Film, der die vergangenen 75 Jahre der SKWB zusammenfasste. Nach dem traditionellen Grünkohlessen in der oberen Rathaushalle und zugleich im Kaminsaal klang der Abend gegen 23.30 Uhr aus.

Johannes Erdmann am 09.11.2009

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