Seenotfälle

Großeinsatz am Wochenende

Aufgrund heftiger Gewitterfronten mit Starkwind und Schauerböen sind die Seenotretter in zahlreichen Ostseerevieren im Einsatz gewesen

Lasse Johannsen am 18.06.2013
Mastbruch

Die Freiwilligen-Besatzung der "Werner Kuntze" kommt am Sonnabend, 15. Juni 2013, gerade noch rechtzeitig vor Durchzug einer Gewitterfront einer Segelyacht mit Mastbruch auf der Flensburger Förde zu Hilfe

Die Seenotretter befreiten bei über 40 Einsätzen mehr als 70 Menschen aus Gefahren. Der Schwerpunkt lag in der westlichen Ostsee. Schnelle Hilfe brachte die Station Damp vier schiffbrüchigen Katamaranseglern am Sonntagnachmittag. In einer stürmischen Bö von 8 Beaufort war ihr etwa zehn Meter langes Boot gekentert. Die Crew einer in der Nähe fahrenden Segelyacht alarmierte die Seenotleiststelle Bremen. Bereits etwa 20 Minuten später traf das in Damp stationierte Seenotrettungsboot "Karl Van Well" am Unglücksort ein. Die vier 30 bis 35 Jahre alten Segler hatten sich in gut zwei Meter hohen Wellen zunächst auf die beiden Rümpfe des großen Katamarans gerettet. Die Seenotretter nahmen sie an Bord und brachten sie sicher an Land. Im Stationsgebäude versorgten sie die Erschöpften mit trockener Kleidung, Essen und Getränken. Bis auf einen leichten Schock und Hautabschürfungen blieben die Segler unverletzt.

Ein Elternpaar mit zwei fünf und acht Jahre alten Kindern verdankt die Befreiung aus einer gefährlichen Lage der Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes "Werner Kuntze" von der Station Langballigau. Auf der Flensburger Förde bei Holnis hatte eine elf Meter lange Segelyacht Mastbruch erlitten. Das große Rigg hatte sich unter dem Schiff verfangen und am Grund verhakt. Gerade noch rechtzeitig vor der nächsten Gewitterfront gelang es den Seenotrettern, mit einer Drahtseilschere das Rigg abzutrennen und damit größere Gefahr für die vierköpfige Crew zu verhindern. Die Yacht konnte aus eigener Kraft unter Motor Langballigau anlaufen.

Besonders viel Arbeit innerhalb weniger Stunden gab es ebenfalls am Sonnabendnachmittag für die Travemünder Seenotretter. Gleich dreimal hintereinander war die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes "Hans Ingwersen" in der Lübecker Bucht unterwegs. Vor Niendorf hatte eine Frau das Abtreiben eines Schlauchboots mit ihrem volljährigen Sohn und zwei gleichaltrigen Freunden an Bord gemeldet. Kurz bevor eine durchziehende Gewitterfront das Schlauchboot traf, erreichte die "Hans Ingwersen" die drei leicht unter Schock stehenden jungen Männer. Die Seenotretter nahmen sie bei starken west-südwestlichen Winden an Bord und brachten sie nach Niendorf. Ein Schlauchboot der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft schleppte das Schlauchboot der drei Heranwachsenden zurück an die Küste. Kurz darauf war die Besatzung der "Hans Ingwersen" für zwei gekenterte Katamarane vor Scharbeutz und Haffkrug im Einsatz. Die Segler blieben jeweils unverletzt.

Auf der Kieler Förde rettete die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes "Walter Rose" von der Station Schilksee ebenfalls am Sonnabendnachmittag zwei Segler. Deren Jolle war in der durchziehenden Gewitterfront gekentert. Die Seenotretter nahmen sie an Bord, richteten auch die Jolle wieder auf und brachten Boot und Crew sicher in den nächsten Hafen.

Lasse Johannsen am 18.06.2013

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


    ANZEIGE

    Weitere News und Angebote

Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online