ARC
Glücklicher "Peter von Seestermühe"

Die älteste Yacht im Feld der mehr als 100 Fahrtenyachten wurde auf der diesjährigen Ausgabe der ARC das schnellste berechnete Schiff

  • Lasse Johannsen
 • Publiziert am 15.12.2014

ARC/James Mitchell Start vor Las Palmas

Die Reise war ohnehin schon etwas Besonderes für die Besatzung des "Peter"  – denn die einst eigens für das Atlantikrennen 1936 gebaute Yawl ging unter ihrem jetzigen Eigner und Skipper Christoph von Reibnitz bereits zum zehnten Mal an den Start dieser beliebten Regatta. "Die Stimmung war vom ersten Tag an gut wie nie zuvor", sagte von Reibnitz gegenüber YACHT online am Telefon. Was es noch von der Atlantik-Etappe zu berichten gab, folgte heute per Mail:

Drei Tage lang haben verschiedene Spezialisten vergeblich versucht, unsere Email-Anlage wieder zum Laufen zu kriegen. Obwohl wir alle Komponenten an Bord ausgetauscht haben, konnte auch auf dem Iridium-Server kein Fehler lokalisiert werden. So stachen wir also als freie Menschen in See.

Mit derart beschränkten Wetterinformationen entschieden wir uns zu Anfang für eine etwas südlichere Route als den empfohlenen direkten Großkreiskurs. Wir wollten dem Tief, welches von Nordost her zu den Kanaren ziehen sollte, so schnell wie möglich davonsegeln. Nach einigen Tagen nahmen wir dann den direkten Kurs.

Die Bordroutine hatte sich nach anfänglichem Staunen bereits am dritten Tag wunderbar eingespielt. Es folgten nun Tage mit wenig Segelmanövern und viel frisch gefangenem Fisch bei gutem Vorankommen. Ohne die Positionsmeldungen der restlichen ARC-Flotte segelten wir unbeschwert auf direktem Kurs mit meist sehr schönem Wind. Im dritten Viertel hielten wir abermals etwas südlicher, um einem großräumigen Gewittergebiet auszuweichen.

Diese Information hatten wir über Funk von einem anderen Schiff erhalten. Wiederum ging die Rechnung auf, und nach einem kleinen Gewitter an der Südost-Ecke des besagten Gebietes stellte sich herrliches Passatwetter ein. Wir lagen an Deck in der Sonne, über uns flog der Spinnaker nach St. Lucia, und der Rudergänger steuerte ihm immer hinterher. 

Ganz besonders schön war die Harmonie in der Crew. Mit Proviant für zehn Mann (7 Männer/3 Frauen) für drei Wochen und der gesamten Karibikausrüstung recht voll gepackt, wurde es doch nie zu eng. Jeder hat sich schnell auf seine Art eingefügt. Kein böses Wort war je zu hören, und so richtig wollte eigentlich niemand ankommen. Mehrere waren der Meinung, der Atlantik könne gerne etwas breiter sein...

In großer Eintracht saßen wir nach Zieldurchgang zusammen, und alle bekamen das breite Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Für uns No-mail-boat-crew dann noch die Überraschung: Wir sollen die Gesamtsieger der ARC sein.
So richtig glauben können wir es noch nicht.

Viele Grüße
Christoph von Reibnitz

Peter von Seestermühe Die glückliche Crew nach dem Rennen


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