Aldebaran
Gewinner des Meereswettbewerbs bekanntgegeben

Sieben Schülerteams forschten. Erkenntnis: Die japanische Viereckskrabbe erobert im Eiltempo das Wattenmeer

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 17.11.2010

www.aldebaran.org Gruppe eins des Meereswettbewerbs, an Bord der "Aldebaran"

Die Schüler vom Niedersächsischen Internatsgymnasium Bad Bederkesa haben eine Woche lang auf Wattflächen rund um Wangerooge nach heimischen und eingewanderten Krabbenarten gesucht und deren Verhalten erforscht.

Die Schülerinnen Anna Hillmer und Katharina Hildebrandt bekommen für ihren Einsatz an Bord des Forschungs- und Medienschiffes "Aldebaran" den ersten Preis des Meereswettbewerbs. Ihr Forschungsergebnis: Die eingeschleppte japanische Viereckskrabbe hat das Potenzial, die heimische Strandkrabbe auf den Austernbänken im Ostfriesischen Wattenmeer bei Wangerooge zu verdrängen.

Den zweiten Platz von insgesamt sieben Teams belegte mit einem ähnlichen Thema eine Gruppe der Berufsbildenden Schulen Walsrode.

Mit einer Arbeit über die Anpassung von Algen an die Lichtverhältnisse in Zeiten des globalen Klimawandels kam der Leistungskurs Biologie der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule Bethel aus Bielefeld auf den dritten Platz.

Weitere Forscher-Teams des Meereswettbewerbs 2010 beschäftigten sich mit der Plastikverschmutzung des Wassers, dem Vergleich von Plankton in Nord- und Ostsee sowie mit dem Klimawandel.

„Es ist entscheidend, bereits bei Schülerinnen und Schüler durch praxisnahe Experimente Interesse für ihre Umwelt zu wecken. Denn so lernen sie schon sehr früh, wie spannend die Naturwissenschaften sein können und haben keine Berührungsängste mehr, diese Fächer später auch zu studieren“, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Professor Dr. Johanna Wanka.

www.aldebaran.org Gewinner des Meereswettbewerbes 2010: Anna Hillmer und Katharina Hildebrandt

Ihre Ergebnisse präsentierten die jungen Forscher der Jury im Rahmen eines Kolloquiums Anfang November im Loki-Schmidt-Haus der Universität Hamburg. Der Meeresbotaniker und stellvertretende Direktor des Biozentrums Klein Flottbek Prof. Dr. Dieter Hanelt hob in seiner Laudatio im Namen der Jury die hohe Qualität aller eingereichten Arbeiten hervor und lobte insbesondere die Arbeit des Siegerteams, die sogar die Qualität einer Abschlussarbeit an der Universität habe.

Die einwöchige Forschungsausfahrt in Nord- oder Ostsee mit der Arbeit am eigenen Projekt war für alle 21 Schüler der eigentliche Gewinn des Wettbewerbs. Sie alle profitierten durch neue Erfahrungen, die im Schulalltag so nicht erlebbar sein können. Auch der erste Kontakt mit Wissenschaftlern und wissenschaftlicher Arbeit war für jeden Einzelnen ein besonderes Erlebnis. Insgesamt 1.000 Seemeilen legten die Schülerteams aus vier Bundesländern in diesem Sommer an Bord des Hamburger Forschungs- und Medienschiffs "Aldebaran" zurück.

Der Meereswettbewerb „Forschen auf See“ 2010 wurde von den Ländern Hamburg und Niedersachsen ausgerichtet. Eine finanzielle Unterstützung kam von der Joachim-Herz-Stiftung und Panasonic sowie weiteren Partnern und Sponsoren.

Weitere Informationen finden Sie unter www.meereswettbewerb.de und auf Facebook.

Im kommenden Jahr soll der Meereswettbewerb erstmals bundesweit ausgetragen werden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März 2011.


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Themen: AldebaranForschungMeereswettbewerb

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