Golden Globe Race

Gekentert im Sturm – Aus für Van Den Heedes Nonstop-Marsch

Fataler Knockdown für den Führenden der Golden-Globe-Flotte: Schäden am Rigg will Van Den Heede in Chile reparieren – muss aber erst einmal den Sturm überstehen

Kristina Müller am 06.11.2018
Golden Globe Race 2018
GGR 2018

Bisher eilte der 73-jährige Hochsee-Veteran Jean-Luc Van den Heede dem Golden-Globe-Feld mit seiner Rustler 36 voraus. Nun hat auch ihn Bruch im Sturm ausgebremst

Seit dem Start des Golden Globe Race um die Welt am 1. Juli war Jean-Luc Van Den Heede der Flotte vorausgeprescht, nun hat auch sein Schiff eine enorme See umgeworfen und fundamentale Schäden am Rigg hinterlassen. Die Rennleitung gab aus Les Sables d’Olonne bekannt:

"Um 1500 Uhr UTC am 5. November rief Jean-Luc Van Den Heede GGR-Gründer Don McIntyre an, um ihm mitzuteilen, dass seine Rustler 36 "Matmut"einen Knockdown von 150 Grad hatte, wodurch der Verbindungsbolzen am Mast beschädigt wurde, der die Unterwanten hält.

Es bestand keine Mastbruchgefahr, doch das Rigg ist nicht mehr sicher. Der Bolzen ist im Mast fünf Zentimeter nach unten gerutscht. Van Den Heede ist immer noch im Sturm mit elf Metern Seegang und 65 Knoten Wind. Es wird erwartet, dass sich die Bedingungen in den nächsten Stunden abschwächen. Der Franzose aus Les Sables d'Olonne läuft jetzt ohne Segel gegen den Wind, bis sich die Bedingungen verbessern. Er wird dann eine Reparatur durchführen, die es ihm ermöglicht, die Segel erneut zu setzen und nach Valparaiso, Chile, segeln, wo er die Reparatur durchführen wird.

Jean-Luc wurde während der Kenterung nicht verletzt, hat zu diesem Zeitpunkt nicht um Hilfe gebeten und ist zuversichtlich, dass er es sicher nach Valparaiso schaffen kann. Dies bedeutet, dass er in die Chichester-Klasse wechseln wird, sobald er im Hafen Reparaturen durchführt. Jean-Luc hat die Situation gut unter Kontrolle."

Golden Globe Race

Die Position von Jean-Luc Van den Heede und seiner Rustler 36 "Matmut" auf dem Race Tracker

Reparaturstopp wird Siegchancen vernichten

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Die "Matmut" vor der Havarie

Van Den Heede, in der Szene nur "VHD" genannt, segelte einige hundert Seemeilen nordwestlich von Kap Hoorn im Südpazifik, als der Knockdown passierte. Zurzeit herrschen immer noch brutale Konditionen mit hohem Seegang. Den zweiten großen Wegepunkt der Nonstop-Weltumsegelung, die Bucht von Hobart auf Tasmanien, hatte Van Den Heede als Erster der stark dezimierten Flotte am 5. Oktober passiert. Er hatte seine Passage von Kap Hoorn für den 21. November avisiert. Daraus wird nun nichts mehr, Van Den Heedes Siegchancen in der Nonstop-Wertung sind durch die Havarie passé.

Noch acht von 18 im Rennen

Vier weitere der Einhandsegler – noch acht von einst 18 sind nach Stürmen, Bruch und Aufgaben aufgrund von Einsamkeit noch im Rennen – absolvierten unterdessen den Medienstopp vor Hobart und haben nun den Pazifik und Kap Hoorn als nächsten herausfordernden Wegpunkt vor dem Bug. Die vier sind der Niederländer Mark Slats, der Este Uku Randmaa, die Britin Susie Goodall sowie der US-Amerikaner Istvan Kopar.

Golden Globe Race 2018

Zehn Mal OUT, nur noch acht Mal IN: Übersicht der Skipper des Golden-Globe-Races, die im Juli in Frankreich gestartet sind

Noch im Indischen Ozean segeln Tapio Lehtinen aus Finnland, Mark Sinclair aus Australien und Igor Zaretskiy aus Russland.

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Kristina Müller am 06.11.2018

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