Satellitennavigation
"Galileo" verzögert sich und wird teurer

Das europäische Pendant zum GPS wird erst ab 2017 einsatzfähig – und bis dahin zusätzliche Kosten verursachen

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 08.10.2010

ESA Rendering eines Galileo-Satelliten

In einem Bericht der Bundesregierung an den Haushaltsausschuss des Bundestages wurden weitere Mittel von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro beziffert. Auch in den ersten Betriebsjahren ist vorerst mit roten Zahlen zu rechnen.

Grund für den Mehrbedarf an Investitionen seien der höhere Sicherheitsaufwand, Preissteigerungen bei den Startraketen und letztlich die Verzögerung der Fertigstellung. Ab 2012 sollen die ersten der insgesamt 30 Satelliten ins All geschickt werden und bis 2017 vollzählig bereitstehen. Doch auch nach Fertigstellung sind mit weiteren, bislang unberücksichtigen Kosten zu rechen.

„Insgesamt ist nach derzeit vorliegenden Schätzungen davon auszugehen, dass die Betriebskosten die direkten Einnahmen auch langfristig übersteigen werden", stellt der Bericht in Aussicht. Grund dafür seien vor allem die geringen Einnahmen aus kommerzieller Nutzung, die mit einer Summe von etwa 100 Millionen Euro den hohen jährlichen Kosten von 750 Millionen Euro gegenüberstünden. Anfangs war man von nur 250 Millionen Euro Betriebskosten ausgegangen.

Grund für die Verdreifachung der Summe sind die ständige Weiterentwicklung der Systeme. Die deutlich niedrigeren Einnahmemöglichkeiten hängen von der kommerziellen Nutzung Galileos ab, die sich schwieriger als erwartet erweist — denn schließlich ist das amerikanische GPS-System kostenlos.


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Themen: EuropaGalileoGPSSatellitenUSA

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