Kappeln
Frieden in Port Olpenitz

Was kürzlich noch kaum möglich schien, ist nun wahr: Der Streit um den ehemaligen Marinestützpunkt wurde beigelegt

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 25.03.2009

Port Olpenitz GmbH Wird in dieser Form nun doch nicht gebaut: Die Marina "Port Olpenitz"

Auf eine Initiative des Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) hin einigten sich nun die klagenden Umweltverbände und der Investor Port Olpenitz GmbH auf ein neues Konzept.

Das 500-Millionen-Euro teure Ferien- und Freizeitzentrum scheint daher vorerst gerettet. Ministerpräsident Carstensen gab sich nach der Einigung erleichtert: "Ich bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, eine außergerichtliche Einigung zu erreichen. Wir haben jetzt eine Win-Win-Situation." Auch der eigens von Carstensen beauftragte Koordinator Robert Habeck ist über das Ergebnis hocherfreut und kann es kaum glauben: "Dass ein Durchbruch so schnell kommt, habe ich nicht für möglich gehalten. Das Ergebnis zeigt, dass Ökologie und Ökonomie vereinbar sind."

Nachdem vor zwei Wochen das Oberverwaltungsgericht in Schleswig den Klagen des Naturschutzbundes NABU Recht gegeben und damit eine sofortigen Baustopp des Freizeitkomplexes bewirkt hatte, sollte es zunächst weitere Gespräche geben, ob eine abgespeckte und an die Umweltvorgaben angepasste Version des Unternehmens zu verwirklichen wäre. Als dann jedoch der Bürgermeister von Kappeln, Roman Feodoria, eine Revision anstrebte, verschlossen sich die Naturschützer gegen alle Kompromisse und versteiften sich auf ihrem Standpunkt.

Wie es nun dennoch zu einer friedlichen und außergerichtlichen Lösung kommen konnte, erklärt Jaska Harm, Geschäftsführer der Port Olpenitz GmbH: "Wir konnten auf die Bebauung des nördlichen Teils verzichten, weil sich durch die Umplanungen im südlichen Abschnitt das Projekt für uns betriebswirtschaftlich rechnet."

Erstaunlich, da er noch vor einer Woche das Projekt ohne den geplanten Nordflügel für unwirtschaftlich erachtete und von einer Liquidierung des Unternehmens sprach. Vielleicht haben jedoch die von der Landesregierung bereitgestellten Fördermittel diesen Sinneswandel bewirkt.

Nun soll ein neuer Bebauungsplan in Zusammenarbeit mit den Umweltverbänden erarbeitet werden. Ingo Ludwichowski, Sprecher der NABU, ist zufrieden: "Von unseren Ausgangsforderungen sind alle umgesetzt worden. Das neue Konzept der Port Olpenitz GmbH scheint tragfähig zu sein." Mit der Umsetzung soll jetzt "so schnell wie möglich" begonnen werden.

"Dass wir so weit kommen, damit hätte wohl niemand gerechnet", fasst Ragnar Schaefer, Geschäftsführer des Landesnaturschutzbundes zusammen, "Jetzt kommen die Arbeitsplätze, das ist wichtig."

Bürgermeister Roman Feodoria bleibt jedoch skeptisch: "Ich werde erst die Belastbarkeit dieser Vorschläge prüfen." Er sagt, er habe zwar kein Problem damit, die Revision zurück zu ziehen, zieht aber auch die Aussetzung des Verfahrens aus unbestimmte Zeit in Betracht.


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Themen: KappelnPort OlpenitzSchlei

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