Piraterie

Französischer Katamaran überfallen

Die Fregatte "Bayern" fand das Schiff herrenlos treibend vor der Küste von Jemen. Piraten töteten den Skipper und kidnappten seine Frau

Johannes Erdmann am 14.09.2011
Die deutsche Marine bringt ein somalisches Motorboot auf

Die deutsche Marine bringt ein Motorboot mit verdächtigen Somalis auf. Das Foto zeigt die Fregatte "Rheinland-Pfalz", die ihren Einsatz am Horn von Afrika bereits beendet hat

Die Verbrechen am Horn von Afrika nehmen kein Ende. Wieder wurde eine Segelyacht Opfer von Piraten. Die Eigner Christian und Evelyne Colombo hatten ihren Heimathafen Toulon zwei Jahre zuvor verlassen.

Laut dem Sprecher des französischen Außenministeriums, Bernard Valero, gingen am 9. September auf der deutschen Fregatte "Bayern" Notrufe von Bord des französischen Katamarans "Tribal Kat" ein, der sich in jemenitischen Gewässern befand. Sofort machte sich die "Bayern" auf den Weg dorthin und fand das Schiff herrenlos treibend. Von der Crew keine Spur. An Bord des 17 Meter langen Schiffes entdeckten die Soldaten jedoch eindeutige Anzeichen eines Kampfes.

Zeitgleich befand sich im Zuge des Unternehmens Atalanta, einer multinationalen Mission der EU zum Schutz von humanitären Hilfslieferungen, das spanische Marineschiff "Galicia" in gleichen Gewässern. Am Folgetag wurde ein Marineflugzeug auf ein Motorboot aufmerksam.

Die Crew eines Helikopters meldete zudem "verdächtige Tätigkeiten" an Bord. Als sich der Hubschrauber dem Motorboot näherte, eröffneten die Insassen sofort das Feuer. Einem Kommando der "Galicia" gelang es schließlich, das Boot aufzuhalten.

Neben sieben Piraten befand sich auch Evelyne Colombo an Bord und konnte unverletzt in Sicherheit gebracht werden. Allem Anschein nach wurde ihr Mann Christian beim Überfall am Tage zuvor von den Piraten getötet, der Körper ins Wasser geworfen. Ungesicherte Quellen erklärten dem "Somalia Report", dass somalische Piraten vier weitere französische Gefangene in die Hafenstadt Caluula im Süden des Golfs von Aden gebracht hätten.

In ihrem Blog (inzwischen offline) berichteten die Colombos freudig und reich bebildert von ihrer Segelreise entlang der afrikanischen Küste, durch den Suez-Kanal und in den Oman. Da sie fast ständig Freunde an Bord hatten, konnte noch nicht abschließend geklärt werden, ob sich das Paar nur zu zweit an Bord befand.

Johannes Erdmann am 14.09.2011

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