„Plastiki“-Reise

Flaschenschiff am Ziel

Der britische Umweltschützer David de Rothschild ist mit seinem Boot aus Plastikflaschen in Sydney angekommen

Marc Bielefeld am 27.07.2010

Buddelschiff mit Mission: Die „Plastiki“ beim Einlaufen in Sydney

Auf mehr als 12.500 Plastikflaschen hat er den Pazifik überquert und erreichte gestern nach vier Monaten wohlbehalten den Hafen von Sydney. Mit der Aktion wollte er für bewussteren Umgang mit Plastikmüll werben.

Nach vier Monaten und 8.000 Seemeilen ist das Plastikboot „Plastiki“ des britischen Umweltschützers David de Rothschild wohlbehalten im Hafen von Sydney eingetroffen. Am 20. März waren er und seine zehnköpfige Crew in San Francisco aufgebrochen in Richtung offenes Meer. Mit der Überquerung des Pazifischen Ozeans wollten sie für den bewussteren Umgang mit Plastikmüll werben. Hunderte Schaulustige begrüßten die Pazifik-Überquerer in der australischen Hafenstadt. Viele andere Boote und Hubschrauber waren bereits zuvor aufs Meer hinausgefahren und geflogen, um die Umwelt-Segler auf der letzten kurzen Etappe in den Hafen zu begleiten. Dort wurde die Crew bei einer Zeremonie vor dem Australian National Maritime Museum geehrt und gefeiert, wo sich Familien, Freunde, Presse und viele Fans versammelt hatten.

Das Boot „Plastiki“ ist komplett aus mehr als 12.500 recycelten Plastikflaschen konstruiert worden. Zusammengefügt wurden sie mit einem umweltfreundlichen Kleber aus Zucker und Cashew-Nüssen. In Anlehnung an das Floß „Kon-Tiki“, mit dem der Norweger Thor Heyerdahl 1947 den Pazifik überquerte, erhielt der Katamaran den Namen „Plastiki“.

Eng und spartanisch ging es für die Besatzung auf dem 18 Meter langen Boot zu: Sie teilte sich auf der Reise eine nur 27 Quadratmeter große Kajüte und duschte mit Salzwasser. Trinkwasser gab es an Bord nicht, die Crew musste ihren Urin aufbereiten, um sich zu versorgen. Strom gewannen die Expeditionsteilnehmer aus Solarzellen, Windturbinen und mit Fahrrädern betriebenen Generatoren.

David de Rothschild stammt aus der berühmten gleichnamigen Bankiersfamilie. Seit jeher setzt er sich für den Umweltschutz ein. Während der Reise berichtete er via Internetblogs und dem Kurznachrichtendienst Twitter über die Ereignisse an Bord. Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier.

Lesen Sie auch den ausführlichen Bericht über das „Plastiki“-Projekt in der YACHT 11/10.

Marc Bielefeld am 27.07.2010

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