Ende einer Ära
Finngulf meldet Konkurs an

Die einst renommierte finnische Yachtmarke ist zahlungsunfähig. Nach dem Werftbetrieb gibt die Firma jetzt auch die Geschäftstätigkeit auf

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 24.10.2011

YACHT/H.-G. Kiesel Bild aus besseren Zeiten: Finngulf 37 bei der Vorstellung von 2004

Joakim Hildén informierte heute Vormittag die Händler über das unausweichliche Ende. In einer Stellungnahme begründete der erst vor kurzem eingestellte Geschäftsführer, der zuvor unter anderem bei Nautor gearbeitet hatte, den Schritt so:

"Wegen des drastischen Rückgangs auf dem Bootsmarkt und den pessimistischen Aussichten für die allgemeine Weltwirtschaftslage fanden sich die Gesellschafter vor die Tatsache gestellt, dass die Firma nicht länger in der Lage ist weiterzumachen."

Viel ist nicht mehr da, was abzuwickeln wäre.

Werft Neues Logo, aber kein Neuanfang

In den vergangenen zwei Jahren hatte sich Finngulf schon von seinen Liegenschaften, Maschinen, Anlagen und weiten Teilen des Personals verabschiedet. Das Unternehmen mit dem klingenden Namen, bekannt für gut gebaute, sportlich orientierte Fahrtenyachten, war nur mehr eine Vertriebsgesellschaft mit einigen Büroräumen in Helsinki. Gefertigt wurden die Yachten bei Zulieferern in Estland und Polen. Das sollte die Fixkosten auf ein Minimum reduzieren. Jetzt muss auch das Wenige, was noch übrig ist, liquidiert werden. Denn der von Joakim Hildén verfolgte Plan, mit einer modernisierten Version der Finngulf 37 das Steuer noch einmal herumzureißen, misslang. Keine Nachfrage.

"Als Segler will man unter keinen Umständen ein Rennen aufgeben", schrieb er in seiner Erklärung. "Aber wir haben keine Segel mehr, und der Wind ist komplett ausgeblieben."

Es ist nicht die einzige Geschäftsaufgabe einer skandinavischen Bootsmarke in diesem Herbst. Zuvor schon hatte Regina af Vindö das Ende ihrer Produktion bekanntgeben müssen. Najad, zwischenzeitlich von Nord West gerettet, war ebenfalls zahlungsunfähig geworden. Auch Comfortina hatte es erwischt – nur durch eine kontrollierte Insolvenz konnte der schwedische Betrieb vor dem Aus bewahrt werden.


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Themen: BootsbauFinngulfFinngulf 37Finngulf 38HildénInsolvenz

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