Unglück
Feuer in österreichischer Werft

14 Yachten verbrannt / Ursache wahrscheinlich technischer Defekt

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 20.04.2009

Schmalzl-Werft Gelände der Schmalzl-Werft am Wörthersee

Am Freitagabend ist in Velden am Wörthersee ein Feuer in einer Halle der traditionsreichen Schmalzl-Werft ausgebrochen. Den Flammen fielen 14 Segel- und Motorboote zum Opfer. Darunter der in den 40er Jahren gebaute Jollenkreuzer „Sia“ der Porsche-Familie sowie eine moderne Motoryacht der Piëch-Familie.

Hans-Peter Porsche, Enkel von Ferdinand Porsche, sagte gegenüber „Bild am Sonntag“: „Die Familie ist untröstlich. In diesem Segelboot steckten viele persönliche Erinnerungen.“ Sein Großvater habe das Boot selbst entworfen.
Da die Baupläne des Schiffs, das zur Restauration in der Schmalzl-Werft war, nicht mehr existieren, ist ein originalgetreuer Nachbau nicht möglich.

Eine Nachbarhalle und Boote, die bereits im Wasser an den Stegen vor der Werft lagen, blieben vom Feuer verschont. Der Schaden wird auf rund vier Millionen Euro beziffert.
Brandstiftung schließt die Kärntner Polizei aus. Als Ursache vermutet sie derzeit einen Kurzschluss, der von einem defekten Stromkabel oder aber auch von einer Bootsbatterie herrühren könnte.

Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da in der Halle akkubetriebene Elektroboote sowie mehrere Benzinkanister standen, sodass zwischenzeitlich Explosionsgefahr bestand. Da infolge der Löscharbeiten verbranntes Material und Öl ins Wasser gelangten, wurde eine Ölsperre errichtet. Langzeit-Umweltschäden für den Wörthersee stehen nicht zu befürchten.

Nach Aussage von Wolfgang Schmalzl soll die Werft, in der 20 Mitarbeiter beschäftigt sind, wieder aufgebaut werden.


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Themen: SchmalzlSiaUnglückVeldenWörthersee

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