Umwelt
Fernseh-Tipp: Der neue Fluch der Meere

Plastikmüll auf den Weltmeeren wird zum gigantischen Umweltproblem, es gibt regelrecht Müllstrudel. Arte zeigt eine Reportage zum Thema

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 10.01.2013

MKG Plastikmüll im Meer

Die Zahlen sind erschreckend: Jedes Jahr geraten mittlerweile 6,4 Millionen Tonnen Plastikabfälle ins Meer, Tendenz rasant steigend. Sie landen als Treibgut an Stränden, töten Fische und Meeressäuger, weil diese den Müll mit Futter verwechseln und enden nicht zuletzt auf unserem Teller. Fische und Schalentiere nehmen durch Wellengang und UV-Strahlung zu Mikropartikeln zerriebenen Kunststoff auf. Mittlerweile sind sich die Forscher einig, dass die Plastikverbindungen viele Stoffe enthalten, die krebserregend sind und das Hormonsystem des Menschen beeinflussen. Und das trotz aller Recycling-Bemühungen vor allem in Europa.

MKG Eine Robbe stranguliert sich in Netzresten

Zur Orientierung: Während Spitzenreiter wie Dänemark pro Jahr über 90 Prozent ihres Plastikmülls recyceln, sind es in den USA knapp 5 Prozent und in vielen ärmeren Ländern Asiens noch weniger. 80 Prozent des Mülls im Meer stammt vom Land, und nicht etwa von Schifffahrt oder Fischerei. Mittlerweile gibt es im Pazifik, aber auch in Nord- und Südatlantik in den großen Meeresströmungen sogenannte Müllstrudel, in denen sich der Plastikabfall konzentriert. Vielerorts enthält das Meer dort mehr Plastik als Plankton pro Kubikmeter Wasser.

Dem drängenden Thema geht der Sender Arte heute mit der sehr sehenswerten Reoportage "Der Fluch der Meere: Plastik " nach. Sie will gegen den ungezügelten Gebrauch von Plastik im Privatleben sensibilisieren und Lösungswege aufzeigen. Die Sendung beginnt um 22.30 Uhr; wer sie verpasst, kann die Wiederholung am 18. Januar um 9.20 Uhr sehen. Zu dem Thema gibt es zurzeit eine sehr gute Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe.


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Themen: MeeremüllplastikStrandgutverschmutzung

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