Windjammer
"Eye of the Wind" unter UK-Flagge

Nach der Umflaggung des durch verschiedene Kinofilme berühmt gewordenen Großseglers ist die Kanalinsel Jersey neuer Heimathafen

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 18.07.2012

YACHT / K. Andrews Die "Eye of the Wind" 2011 zwischen den Kanarischen Inseln – damals noch unter dänischer Flagge

Seit dem 1. Juli 2012 fährt der historische Windjammer “Eye of the Wind” wieder unter der Flagge des United Kingdom. Nach rund zwölf Jahren unter dänischer Flagge setzt die Forum Train & Sail GmbH als heutige Eignerin des Schiffes damit eine Tradition fort, die vor rund 40 Jahren mit dem Umbau und der Umbenennung dieser Seefahrt-Legende begann. Die YACHT hatte dem Schiff in Ausgabe 6/2011 ein ausführliches Porträt gewidmet.

Seit 101 Jahren auf allen Weltmeeren

Vor genau 101 Jahren, am 19. Juli 1911, erfolgte erstmals der Eintrag in das Hamburger Schiffsregister. Seit diesem Tag kreuzt die seetüchtige Brigg nun schon über alle Weltmeere. Hamburg, Helsinki und Göteborg stehen als “Häfen vor der Haustür” ebenso auf dem aktuellen Törnplan des stolzen Windjammers wie Teneriffa, die Azoren oder Saint Barthélemy. Die diesjährigen Winter-Reisen im Segelrevier der Karibik führen zu den British Virgin Islands, nach Saint-Martin und Bermuda. Zwei Atlantik-Überquerungen unter Segeln verbinden jeweils das Winter- mit dem Sommerhalbjahr.

1973 erstmals unter britischer Flagge

Als Toppsegelschoner auf der Lühring-Werft in Brake an der Unterweser gebaut, wurde das Schiff zunächst auf den Namen “Friedrich” getauft und in der Frachtschifffahrt eingesetzt. Nach mehreren Eignerwechseln und Namensänderungen, einer Strandung und einem Brand im Maschinenraum schien das Ende des Schiffes im Jahr 1970 unausweichlich.

Eye of the Wind

15 Bilder

Impressionen von der "Eye of the Wind"

Stattdessen aber begannen Segelschiffs-Enthusiasten damit, den Rumpf komplett neu aufzuriggen. 1973 war der Zweimaster unter seinem neuen Namen “Eye of the Wind” dann bereit, großen Abenteuern auf See entgegenzufahren. Einer Umrundung des Globus folgte die Expeditionsreise “Operation Drake” unter der Schirmherrschaft Seiner Königlichen Hoheit Prince Charles.

Bereits in jenen Jahren fuhr das Schiff unter der “Red Ensign”, der Seeflagge des United Kingdom, und war in Faversham am Swale-Kanal in der Grafschaft Kent beheimatet. Die International Sailing Craft Association beabsichtigte 2000, das Schiff weiter unter britischer Flagge zu halten, um es zu Trainingszwecken einzusetzen, jedoch scheiterte das Projekt an einer unzureichenden Finanzierung. Im selben Jahr wurde das Schiff an einen dänischen Eigner verkauft, der es als private Yacht nutzte und das dänische Städtchen Gilleleje als Heimathafen wählte.
So wehten in der bewegten und bewegenden Geschichte des Zweimasters bislang abwechselnd die deutsche, schwedische, britische und dänische Flagge am Heck.

Ein Hauch von Hollywood weht durch die Takelage

Die majestätische Erscheinung des Großseglers erregte auch in der Filmbranche Aufmerksamkeit, und so trotzte die “Eye of the Wind’ vor der Kamera wilden Stürmen, strandete, brannte aus und sank. Namhafte Hollywood-Stars wie Brooke Shields und die beiden Oscar-Preisträger Tommy Lee Jones und Jeff Bridges nahmen auf dem Schiff das Steuerrad in die Hand. In “White Squall / Reißende Strömung” (1996) und anderen Abenteuerstreifen diente die segelnde Hollywood-Diva als Handlungsschauplatz und Filmkulisse.

Mitsegler sind willkommen

Heute wird die “Eye of the Wind” als Schulungsschiff für Manager und für Themenreisen eingesetzt. Sie bietet Unternehmen die Möglichkeit, Führungskräftetrainings und Teambuilding-Maßnahmen in einem ungewöhnlichen Umfeld zu praktizieren. Privatpersonen können an Urlaubstörns teilnehmen, die in die Nordsee, Ostsee, zu den Kanarischen Inseln und in die Karibik führen. Mitsegler sind jederzeit an Bord willkommen – seglerische Vorkenntnisse sind für eine Reise-Teilnahme nicht notwendig.

Über die “Eye of the Wind”:

Die “Eye of the Wind” ist 1911 als Toppsegelschoner der Lühring-Werft vom Stapel gelaufen, durchlebte im Laufe von mittlerweile 100 Jahren ein abenteuerliches Dasein als Frachtschiff, Schulschiff, Privatyacht und Liebhaberobjekt. Sogar eine wissenschaftliche Expedition, die “Operation Drake”, wurde unter der Schirmherrschaft von Prince Charles mit ihr durchgeführt.

Die Optik und die besondere Atmosphäre des Schiffes waren es wohl auch, die sie zum Filmstar machten: Ohne es zu wissen, kennen Millionen von Kinobesuchern die “Eye of the Wind” aus Filmen wie “Die blaue Lagune”, “White Squall – Reißende Strömung”, “Savage Islands” oder “Tai-Pan”.

Seit 1. April 2009 wird sie von ihrem neuen Eigner, der Forum Media Group mit Sitz in Merching bei Augsburg, als Schulungsschiff eingesetzt.

Mehr Infos unter www.eyeofthewind.net


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